Literatur · Diverse Musik

Jörg-Martin Willnauer - Die Gulaschhütte


In 35 Shortstories und 15 Fotografien portraitiert Jörg-Martin Willnauer eine Stadt, die wir zu kennen glauben. Nach diesem Abend sehen Sie the finest-four-letter-town-in the world* anders als vorher.

Vorausgesetzt, Sie haben sich eines der streng limitierten Tickets reserviert. Naturgemäß spielt die Gulaschhütte, dieses verrauchte Kegelbahn-Etablissement eine Rolle in Willnauers satirischem Stadtroman. Aber auch das Theatercafé erscheint in neuem Licht. Und viele andere Brennpunkte in dieser schönen Stadt im Zentrum der Peripherie*.
(*Copyright Willnauer)

Literaturgemäß ist jede Silbe wahr und jeder Satz erfunden.

Immer wieder wird behauptet, Graz habe "südliches Klima". Verglichen mit Helsinki, Novosibirsk und Tamsweg ist das richtig. (Graz übertreibt)

Die nackten Frauen tanzten quietschend durch die Fontänen und die Männer, die eben noch in der Kirche gesungen hatten, standen mit großen Augen und offenem Mund am Bauzaun. (Finnische Sauna)

Die Anni, ebenfalls Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens, schaut ihm in die Augen, berührt sanft seinen Unterarm und sagt: "Mein Lieber, an Kaffee tät ich bei mir net trinken. Der haaßt nix! Nimm a Bier!" (Die Anniwirtin)

Wir dürfen mit dieser engagierten Dame nicht zu streng sein, müssen ihr sogar mildernde Umstände zugestehen, denn dank ihrer schlechten Wurftechnik landeten die reifen Früchte nicht auf der Bühne, sondern im Orchestergraben und trafen dort den Kontrabass. (Paradeiser in der Oper)

Die Musik dudelte, aber die Tänzerin zog sich nicht aus. Olga stoppte die Musik, eilte auf die Bühne und redete auf sie ein. Die junge Frau nickte und signalisierte Goodwill. Aber sie war zu betrunken, um ihre Kleidung abzulegen, und wankte hilflos auf der Bühne herum. Der Strip ging in die Hose. (In der Braun-Bar)

"Weißt du", sagte er einmal in einer heftigen Diskussion, "die Griechen sind eigentlich Türken, die gern Italiener wär'n." (Paul)

Die Gulaschhütte - Stadtroman in 50 Bildern
(erscheint im Styria-Verlag ISBN 978-3-7012-0178-5)

www.derkahlesaenger.com


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