Kunstausstellung

Jenni Tischer


Tischers Ausstellung Pin im mumok stellt einen installativen Parcours vor, in dem die Formensprache minimalistischer Skulptur auf die Geschichte und Praxis textilen Arbeitens trifft.

Aufgerollten Schriftrollen gleich durchqueren farbige und variabel anpassbare „Stoffsockel“ den Raum. Sie verschränken Wände und Boden miteinander und dienen als Bühne für eine Reihe von Skulpturen: darunter offene Kuben, die wie die Sitzflächen von Thonet-Stühlen mit „Wiener Geflecht“ bespannt sind, sowie Objekte, die in Materialität und Form an Webrahmen oder Nadelkissen erinnern. Anders als in konventionellen Ausstellungssituationen lässt Tischer offen, was Display und was Werk ist; Präsentationselemente wie Sockel oder Rahmen sind Teil der künstlerischen Erzählung.

Pin handelt dabei von grundsätzlichen künstlerischen Fragen: Was ist ein Medium, und welche Informationen kann es vermitteln? Wie schreiben sich Arbeitsprozesse in Materialien und Oberflächen ein? Und warum wird das Textile als Diskurs- und Praxisfeld gerade im digitalen Zeitalter produktiv? Zwischen „pins“ (Nadeln) und PINs (Persönliche Identifikationsnummern) steckt Tischers Ausstellung einen Raum ab, der über Materialien als Speicher und codierte Identitäten gleichermaßen nachdenken lässt.


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