Jazz

Jemeel Moondoc Quartet


Die Zentralfiguren des musikalischen Schaffens von Jemeel Moondoc sind Cecil Taylor und Ornette Coleman.

Moondoc, der Klarinette und Klavier lernte, später aber Architektur studierte, entschied sich, nachdem er Taylor’s Unit und das Art Ensemble of Chicago hörte, professioneller Musiker zu werden. Die Faszination des „Sounds“ vonOrnette Coleman, Eric Dolphy und Jackie McLean bewirkte die Konzentration auf das Altsaxophon, und beeindruckt von der Freiheit, die Cecil Taylor’s Musik ausstrahlte, ließ ihn in dessem „Black Music Ensemble“ (an der Universität in Wisconsin) anheuern. Diese zwei Jahre bei Taylor gaben Moondoc die nötige Erfahrung, um sich in der New Yorker Jazzszene behaupten zu können. 1972, kurz nach seiner Ankunft in NYC, gründete er sein Ensemble „Muntu“, das in Sam River’s Studio Rivbea debütierte. Diese „working band“, die insgesamt fünf LPs auf Moondocs gleichnamigen Label einspielte (u.a. mit William Parker, Rashid Bakr und Roy Campell), avancierte zu einer der bemerkenswertesten Formationen der NYer Loft Szene und verhalf dem amerikanischen Freejazz in den späten 70er Jahren zu einer Revitalisierung. In den 80er Jahren nahm er mit Ed Blackwell und Fred Hopkins für Soul Note auf, gründete seine Big Band „The Jus Grew Orchestra“ und spielte hauptsächlich in den diversen Clubs der Lower East Side. In den 90er Jahren zog er sich aus der Szene zurück, um seine Architekturstudien abzuschliessen und um sich als alleinerziehender Vater um seinen Sohn zu kümmern (sie sehen, Moondoc ist auch gesellschaftspolitisch eine durchaus revolutionäre Figur!). Mitte der 90er Jahre wurde er der künstlerische Leiter von „Eremite Record“, konzertierte mit seinem Langzeitpartner William Parker und Denis Charles und reorganisierte seine Big Band. Mit seinem phantastischen Quartet mit Matthew Shipp, der beim letzten Jazzfestival Saalfelden mit einem Solo-Konzert für Furore sorgte, tourt der schwer unterschätzte Saxophonist durch Europa. Great Black Music! CH

Jemeel Moondoc: alto saxophone
Matthew Shipp: piano
Hilliard Greene: bass
Newman Taylor Baker: drums


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