Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Jeff Wall – Tableaux Pictures Photographs 1996 – 2013


Innovativ und klassisch.

In Kooperation mit dem Stedelijk Museum in Amsterdam und dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk präsentiert das Kunsthaus Bregenz mit Jeff Wall einen der zugleich innovativsten und auch klassischsten Künstler seiner Generation.
Seine Auseinandersetzung mit Fotografie begann bereits in den späten 1960er Jahren. Seit 1970 präsentiert er großformatige Bilder, häufig als Diapositive in Leuchtkästen, wie sie auch aus der kommerziellen Werbung bekannt sind. Dabei ließ sich Wall nie auf eine bestimmte Größe oder eine Art der Präsentation seiner Bilder festlegen, sondern variierte zwischen den Formaten ebenso wie zwischen Leuchtkästen und regulären Farbabzügen. Heute kaum noch nachvollziehbar galt beides zu dem Zeitpunkt, als Jeff Wall diese Präsentationsformen zum ersten Mal einsetzte, im Ausstellungskontext als absolutes Novum, da — wenn überhaupt — lediglich Schwarz- Weiß-Fotografien als ernsthafte Exponate im Museumskontext verhandelt wurden.

Durch das Mittel der Inszenierung, dem bewussten Einsatz von unterschiedlichen Größen und Formaten sowie dem einfühlsamen Umgang mit Farbe besetzt Wall eine einmalige Position. In seinen Aufnahmen hinterfragt er kritisch die traditionelle Ästhetik der Fotografie und entwickelt gleichzeitig eindrucksvolle Bilder oder »Tableaux«, worin sich mitunter komplexe Geschichten verdichten. Die Spannbreite seiner Themen reicht von menschlichen Beziehungen und zeitgenössischen gesellschaftlichen Fragen bis hin zur fantasievollen Künstlichkeit der Inszenierung. Inspirieren lässt er sich von Strategien und Motiven aus der Malerei, der Fotografie und dem Film. Häufig erinnern seine von ihm als »kinematografische Fotografien« bezeichneten Aufnahmen an Filmstills, Historienbilder oder Studien sozialer Milieus. In der Regel basieren sie auf Ereignissen oder Situationen, die der Künstler selbst erlebt oder beobachtet hat, und die er anschließend für die Kamera rekonstruiert. Ähnlich wie bei Filmproduktionen entstehen auch bei Jeff Wall im Rahmen aufwendig konstruierter Kulissen und in Zusammenarbeit mit Assistenten sowie — seit dem Beginn der 1990er Jahre — mithilfe digitaler Technologien überraschend detailreiche Aufnahmen.


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