Jazz

Jazzodrom - Another World


Jazzodrom – Another World

Das österreichische Quintett verpasst auf seiner neuen LP dem Sound des Soul-Jazz ein überaus gelungenes Update

5 Jahre nach dem Release von „Places and Spaces“, unzähligen Soloprojekten und hoch akklamierten Ausflügen in mehr oder weniger fremde Gefilde – darunter Engagements bei Parov Stelar, Hubert von Goisern und Nils Landgren – kehren Jazzodrom mit dem Release von „Another World“ (Verve Music/Universal Music Group) endlich aufs internationale Jazz-Parkett zurück. Auf ihrem dritten Studioalbum zeigt sich die Band auf dem Zenit ihres Schaffens und bringt mit 11 höchst delikaten Kompositionen ihre ganz eigene Interpretation von Modern Jazz auf den Punkt.
Genauso facettenreich wie die jeweilige Agenda der einzelnen Bandmitglieder ist auch der Sound, den sie gemeinsam kreieren. Jazzodrom schaffen auf ihrem neuen Album eine stimmige Synthese aus den alten Traditionen des Soul-Jazz und den vielfältigen Einflüssen, die die Musiker aus ihren so heterogenen künstlerischen Wirklichkeiten beziehen. Da treffen fragile Motive auf urbanen Groove, samtige Hooks auf kompromisslosen Breakbeat und rauchige Akustiksounds auf moderne Elektronik – betont spielerisch werden hier Grenzen erweitert und gängige Hörroutinen aufgesprengt. Die Offenheit hin zu anderen Genres zeichnet sich daneben auch in der durchwegs gelungenen Zusammenarbeit mit dem Spring-String-Quartett und dem britischen Soul Sänger Pete Simpson ab, die das Spektrum noch zusätzlich um Aspekte der Klassik und des Pop erweitern. Dabei werden die neuen Nummern stets mit einer spontanen Vitalität vorgetragen, die ihresgleichen sucht. Auf „Another World“ formiert sich die Band zum groovenden Klangkörper, der gerade über die Spannung zwischen den einzelnen Elementen einen ungeahnten Drive erzeugt. Das feinsinnige Zusammenspiel der Musiker entfaltet so auch eine ungeheure integrative Kraft, sodass sich noch die elaboriertesten Virtuositäten harmonisch in jenes große Ganze fügen, das sie gleichsam erst entstehen lassen. Jazzodrom verweigern dankenswerterweise den elitär-hermetischen Diskurs und machen in jedem Moment ganz einfach Musik, die berührt.
Auf ihrem neuen Album haben Jazzodrom ihren eigenen, unverkennbaren Sound gefunden und zur Meisterschaft gebracht. „Another World“ ist mutig, frisch und wunderschön geworden – so klingt die Zukunft des Jazz!


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