Literatur

Jan Koneffke: Ein Sonntagskind, Erich Klein: Gespräch mit dem Autor


Nach dem Tod eines linksliberalen Philosophieprofessors in Frankfurt findet sein Sohn dessen prahlende Briefe als jugendlicher Landser im Krieg. Der Schock ist groß und löst eine familiäre Recherche aus, die bis zum Nazi-skeptischen Großvater und dem Hitlerjungen-Patriotismus des Vaters zurückführt. Von diesem Ausgangspunkt folgt der Sohn dem Lebenslauf und den Karrierestationen des Vaters, der sich seiner frühen Begeisterung längst schämt und seine Kriegstaten verschweigt. Als die Staatssicherheit der DDR über einen ehemaligen Kriegskameraden an kompromittierende Informationen über ihn gelangt, wird es brenzlig, aber es gelingt dem mittlerweile universitär etablierten »Sonntagskind« Konrad, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Jan Koneffke, *1960 in Darmstadt. Studium der Philosophie und Germanistik in Berlin. 1995 Villa-Massimo-Stipendium, lebte danach sieben Jahre in Rom, nunmehr in Wien, Bukarest und dem Karpatenort Maneciu. Lyrik und Prosa, mehrere Kinderbücher, Reiseberichte und literarische Features für den Rundfunk, Übersetzungen aus dem Italienischen und dem Rumänischen; Literaturredakteur der Zeitschrift wespennest.

Ausgezeichnet zuletzt mit dem Usedomer Literaturpreis 2013. Veröffentlichungen: Vor der Première. Erzählung (1988); Gelbes Dienstrad, wie es hoch durch die Luft schoss. Gedichte (1989); Bergers Fall. Roman (1991); Gulliver in Bulgarien. Prosaminiaturen (1999); Paul Schatz im Uhrenkasten. Roman (2000); Was rauchte ich Schwaden zum Mond. Gedichte (2001); Eine Liebe am Tiber. Roman (2004); Nick mit den stechenden Augen (Kinderbuch, 2004); Die Schlittenfahrt (Kinderbuch, 2005); Abschiedsnovelle (2006); Eine nie vergessene Geschichte. Roman (2008); Die Sache mit Zwille (Jugendroman, 2008); Trippeltrappeltreppe. Gedichte für neugierige Kinder (2009); Die sieben Leben des Felix Kannmacher. Roman (2011).


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