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Vortrag · Diverses

Jan Heiner Tück: Warum lässt Gott so ein unbeschreibliches Leid zu?


Wer das Volk Israel antastet, tastet Gottes Augapfel an, heißt es beim Propheten Sacharja. Im Licht dieser Einsicht erhält der Streit um die Einzigkeit der Shoah eine unerwartete Wendung: die Vernichtung der Juden - ein Attentat gegen Gott. Gerade jüdische Dichter wie Rose Ausländer, Paul Celan und Hilde Domin haben gegen das Vergessen, Verdrängen und Vertuschen Zeugnis abgelegt und den Opfern stellvertretend ihre Stimme geliehen. In deren Lyrik, die vom Schweigen Gottes, der Verwundbarkeit des Menschen, aber auch von der Trauer um die Toten bestimmt ist, werden Fragen gestellt, die für eine Christliche Theologie nach Auschwitz leitend sind: Wie kann von Gottes Macht, von seinem Mitleiden gesprochen werden? In welchem Verhältnis steht die Passion des Gekreuzigten zum Leiden der jüdischen Opfer? Wie steht es um die Täter? Lässt sich nach der Shoah die Hoffnung auf Versöhnung aufrechterhalten?

Jan-Heiner Tück ist Professor für Dogmatische Theologie an der Universität Wien, seit 2006 Schriftleiter der Internationalen Katholischen Zeitschrift Communio.


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