Tanz · Theater

Jan Fabre - Resurrexit Cassandra


Die Götter der griechischen Mythologie glänzten durch ihre Widersprüchlichkeit. Apollon beispielsweise wirkte als Anführer der Musen und Schirmherr der Heilkunst, aber auch als Rachegott. Eines seiner Opfer war die trojanische Königstochter Kassandra. Apoll wollte sie bezirzen, indem er sie zur Seherin machte. Als sie ihn trotzdem abblitzen ließ, sorgte er dafür, dass niemand ihr glaubte. Ihre Warnung an die Trojaner vor dem Holzpferd stieß auf taube Ohren, und auch Agamemnon nahm ihr nicht ab, dass er ermordet werden sollte. Dieser tragischen Frauenfigur widmet Jan Fabre einen ganzen Abend, den er aus seinem 24-Stunden-Werk Mount Olympus extrahiert hat. Kassandra ist wiederauferstanden (resurrexit). „Ich bin Kassandra und die Erde. / Ich bin die Erde, die in mir spricht“, sagt sie. „Du wirst keine Erde außer mir haben. / Töte mich nicht.“ Wie in der Tragödie Agamemnon des Aischylos ruft sie die Götter: „Ototototoi popoi da / O Apollon o Apollon.“ Und fügt an: „Schande übers ganze Erdenreich!“ Ein dramatischer Appell als großer Monolog für unsere Gegenwart.

Österreichische Erstaufführung
Dauer: 80 Minuten


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