Pop / Rock

James Ferraro


In nur einer Handvoll Jahren seit 2008 hat der New Yorker Musiker James Ferraro alleine unter seinem eigenen Namen bereits einen gewaltigen Albumkatalog aus knapp dreißig Longplayern herausgebracht; sein Schaffen unter Pseudonymen und in Nebenprojekten ist beinahe unüberschaubar.

Der Hypnagogic-Pop seiner früheren Produktionen wurde 2011 mit dem Album „Far Side Virtual“ zugunsten von konzeptueller Arbeit abgelöst: Videospiel-Samples, Handyklingeltöne und Fahrstuhl-Muzak dienten der hyperrealistischen Darstellung kapitalistischer Realitäten und waren dabei gleichzeitig Parodie wie scheinbare Affirmation.

Die Mixtapes „Sushi“ und „Cold“ führten Ferraro hin zu einer künstlichen, entmenschlichten Form von Hip-Hop – Entfremdung durch Autotune, melancholische R’n’B-Balladen in einer Sin City. Sein nächster Streich folgte bereits wenige Monate später im Herbst 2013 mit dem Longplayer „NYC, HELL 3:00 AM“. Etwa zwanzig Mal spricht eine Computerstimme zu Beginn der Platte das Wort „Money“ und setzt damit wieder den nihilistisch-kapitalistischen Rahmen, bevor es losgeht.

Nicht unähnlich Dean Blunt hat auch James Ferraro auf diesem Album den Smog der dystopischen Großstadt, in der noch immer Sirenen, Überwachung, Gier regieren, durch etwas Menschlichkeit aufgelockert: ungefilterte, unperfekte Stimmen, diffuse Synthesizermelodien, Verkehrsbrodeln im Hintergrund.


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