Klassik

Ja wir in Terezín - Operette und Kabarett in Theresienstadt


„Ja wir in Terezin wir nehmen’s Leben sehr leicht hin!” sang man nach der Melodie aus Emmerich Kálmáns "Gräfin Mariza" in einem der zahllosen Unterhaltungsprogramme im Ghetto Theresienstadt. In diesem „Vorzeige-Ghetto”, das Leo Straus, Sohn des Operettenkomponisten Oscar Straus, als Städtchen „Als ob” mit einem seiner Theresienstädter Kabarett-Texte verewigte, kreierten Künstlerinnen und Künstler zwischen 1942 und 1945 für Ihre Mitgefangenen Operettenaufführungen (u. a. "Das Ghettomädel") und Unterhaltungsprogramme, die von lebendigem Humor („Glücklich ist, wer vergisst, was man da zusammenfrisst”), beißender Satire („Die gelben Fleckerln“ nach Fritz Spielmanns „Schinkenfleckerln”) und politischem Widerstand („Wo i geh’ und steh’ , dort schaufeln Juden Schnee”, nach „Erzherzog Johann-Jodler”), aber auch von Sehnsucht nach Vergangenem („In einem kleinen Café in Terezin trinkst Du den Tee und den Kaffe und denkst an Wien”, W. Lindenbaum nach Hermann Leopoldi) und zaghafter Hoffnung auf Künftiges getragen war („Einmal noch hingeh’n, einmal nach Wien … einmal, eh’ es vorbei”, Leo Straus nach Oscar Straus’ Ein Walzertraum).
Und zur Melodie von „Wien, Wien nur du allein” sangen Kabarettisten auf der Brettel-Bühne eines Kasernendachbodens „Theresienstadt, du schönste Stadt der Welt”.
„Es lebe das Kabarett“ denn „… ein Happy-End erleben Sie nur hier“ (Felix Porges).
Im Anachronismus des Lagerlebens („als ob’s ein Leben wär“) wurde Unterhaltung zum Über-Lebensmittel.

Leitung: Wolfgang Dosch
Klavier: Klara Torbov
Choreografie: Liane Zaharia


Vergangene Termine

  • Mo., 18.01.2016

    18:00

    Kartenpreise:
    € 9,-/5,-

    Karten an der Kassa der MUK erhältlich unter +43 1 512 77 47 - 89329 oder [email protected]

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