Vortrag

IV Human Enhancement / Gesundheitswahn


Angelika Meier liest aus Heimlich, heimlich mich vergiss (Diaphanes 2012).

Einleitung: Sabine Schönfellner (Institut für Germanistik, Uni Graz)
Gemeinsame Diskussion mit Angelika Meier und Jan-Christoph Heilinger (Kompetenzzentrum Ethik, Ludwig-Maximilians Universität München)
Moderation: Anne-Kathrin Reulecke (Institut für Germanistik, Karl-Franzens Universität Graz)

Wer in hoher Luft in einer gläsernen Klinik sitzt, sollte nicht hinausschauen: Dr. Franz v. Stern, als Arzt selbstverständlich mit einer zusätzlichen Hirnrindenschicht und einem Mediator zwischen den Rippen ausgestattet, versagt als Referent in eigener Sache: Unfähig, den Eigenbericht zu schreiben, den seine Klinikleitung ihm abverlangt, erzählt der Arzt sich zurück in seine Vergangenheit. Irrealer als die Gegenwart, dieses taghelle Delirium, kann das Erinnerte nicht sein, und so macht von Stern sich auf, seine verglaste Welt zu verlassen. Angelika Meiers zweiter Roman spielt in einer Welt, in der „mangelnde Gesundheitseinsicht“ ein tödlicher Befund ist: eine fröhlich-düstere Elegie auf uns fast vergangene Gegenwartsmenschen, uns sentimentale Selbstoptimierer. (zu: Heimlich, heimlich mich vergiss, Diaphanes)


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