Vortrag

Isabel Kranz - Wohin man auch schaute, blickte man in die Vergangenheit


„Wohnen heißt Spuren hinterlassen“, konstatierte Walter Benjamin. Die Großfamilie Freud lebte beinahe ein halbes Jahrhundert in der Berggasse 19. Welche Spuren hat ihr Wohnen an diesem Ort hinterlassen? Mithilfe von Benjamins Spurentheorie, die Leseanweisung und Geschichtsphilosophie zugleich ist, ergründet der Vortrag Fragen der Materialität und der Verfügbarkeit des Wohnens. Als Ausgangspunkte dienen die 1938 aufgenommenen Fotografien von Edmund Engelman, das heutige Museum sowie die schriftlichen Hinweise, die uns aus dem Freud’schen Haushalt zugänglich sind.

Isabel Kranz ist seit September 2016 Leiterin des Projekts „Literarische Botanik. Pflanzen als Wissensfiguren 1700–2000“ am Institut für Germanistik der Universität Wien. Nach ihrem Studium der Vergleichende Literaturwissenschaft und Nordamerikastudien u.a. in Berlin, Lille und New Haven war sie an der Ludwig Maximilians-Universität München, der Universität Erfurt sowie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften als Postdoktorandin und akademische Koordinatorin von interdisziplinären Forschungsprojekten tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Literatur und Botanik, Medien und Geschichtsschreibung sowie Zukunftsvorstellungen. Ausgewählte Publikationen: Was wäre wenn? Alternative Gegenwarten und Projektionen in die Zukunft um 1914 (Paderborn: Wilhelm Fink, erscheint im Herbst 2017), Sprechende Blumen. Ein ABC der Pflanzensprache (Berlin: Matthes & Seitz, 2014) sowie „Raumgewordene Vergangenheit“. Walter Benjamins Poetologie der Geschichte (München: Wilhelm Fink, 2011).

Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten


Vergangene Termine