Vortrag

Iris Wien: Rousseaus Erben? Angelika Kauffmann und das britische Kinderporträt


Jean-Jacques Rousseaus „Émile ou de l'éducation“ (1762) gilt als eine der einflussreichsten Erziehungsschriften der Aufklärung. Rousseaus politische Haltung und seine Präferenz für den wilden Zustand der Natur wirkten auf viele britische Leser jedoch irritierend. Der Philosoph und Staatsmann Edmund Burke hielt die Ansichten Rousseaus sogar für gefährlich. Vor diesem Hintergrund erscheint es problematisch, die neu aufkommende Ungezwungenheit britischer Kinderporträts pauschal dem Einfluss von Rousseaus Schrift zuzuschreiben. Umso bemerkenswerter ist, dass Angelika Kauffmann für britische Auftraggeber mehrere Kinderbildnisse schuf, die unmittelbar an Rousseaus Auffassung der Natürlichkeit und Authentizität anknüpften. Der Vortrag geht den Ambivalenzen nach, welche die zeitgenössische Rousseau-Rezeption charakterisieren, und versucht aufzuzeigen, wie sich diese auf einzelne Kinderporträts auswirkte.

In Kooperation mit dem Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg


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