Literatur · Theater

Iris Berben liest: Da geht ein Mensch


Vom Bäckergesellen zum gefeierten Theaterstar – der unglaubliche Lebensweg des Alexander Granach.

Alexander Granachs Lebensweg ist beispiellos. Das neunte Kind einer jüdischen Bauernfamilie kämpft sich mit atemberaubender Vitalität und großem Improvisationstalent aus der galizischen Provinz bis nach Berlin, wo es ihm gelingt, an Max Reinhardts Schauspielschule zugelassen zu werden. Der erste Weltkrieg, an dem er als Soldat teilnimmt, kann die glänzende Karriere Granachs zum gefeierten Theater- und Stummfilmstar nur aufschieben, nicht verhindern. In der Emigration in den USA schreibt er seine mitreißenden und anrührenden Erinnerungen.

Leinwand und Bildschirm sind ohne sie hierzulande nicht denkbar – Iris Berben gehört zu den beliebtesten und vielseitigsten Schauspielerinnen, die Deutschland zu bieten hat. 1950 in Detmold geboren, macht sie schon mit 18 Jahren in Kurzfilmen Kritiker und Zuschauer auf sich aufmerksam, dreht bald ihren ersten Kinofilm und übernimmt die erste Rolle im Fernsehen. Es ist zunächst ihr komisches Talent, das sie einem breiten Publikum bekannt macht, aber auch in ernsthaften Rollen spielt sich Iris Berben in die Herzen der Zuschauer und unermüdlich ins 21. Jahrhundert, ohne sich auf einen Frauentypus festlegen zu lassen. Sie verleiht den unterschiedlichsten Figuren vor allem im Fernsehen aber auch im Kino ein Gesicht, eine Stimme und – ob kühle Kommissarin, betrogene Ehefrau oder sinnliche Kämpferin – auch eine ganz eigene Farbe. Für ihre Leistungen als Schauspielerin wird sie nicht nur durch hohe Einschaltquoten belohnt, sondern auch durch zahlreiche Auszeichnungen wie Grimme Preis, Bambi, Goldene Kamera oder Romy. Der Mut, den Mund aufzumachen, der sie bereits als Schülerin kennzeichnete und sie letztlich das Abitur kostete, ist Iris Berben heute vor allem Instrument gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und für Toleranz. In ihren viel beachteten Lesungen nimmt sie sich immer wieder des grausamsten Kapitels deutscher Geschichte an, erinnert eindrucksvoll an das Leiden der Opfer der Nationalsozialisten und erhält auch für ihr politisches Engagement mehrere Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz.


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