Literatur

Irene Harand: Sein Kampf. Antworten an Hitler


Gelesen von Mercedes Echerer

Irene Harand (1900-1975), österreichische Autorin und Gegnerin des Nationalsozialismus, gründete gemeinsam mit Moriz Zalman 1933 die Weltbewegung gegen Rassenhass und Menschennot ("Harand-Bewegung"). Karitative Tätigkeiten für Opfer der Inflation, KleinrentnerInnen und sozial Schwache. Auszeichnung "Gerechte der Völker" in Yad Vashem.

Harand zählt zu den entschiedensten österreichischen Widerstandskämpferinnen, die noch zur Zeit der Ersten Republik entschlossen gegen den politischen Antisemitismus und die schleichende Unterwanderung Österreichs durch den Nationalsozialismus auftrat. Die Harand-Bewegung hatte mehrere tausend Mitglieder und Ortsgruppen in vielen europäischen Staaten, ihr Sprachrohr, die Wochenzeitung Gerechtigkeit, erschien 1933-38 in einer Auflage von ca. 28.000 Exemplaren für kurze Zeit auch in polnischer und französischer Sprache.

Harand war gerade auf Vortragsreise in England, als das NS-Regime 1938 ein Kopfgeld in der Höhe von 100.000 RM auf sie aussetzte. Sie floh ins Exil und emigrierte in die USA, wo sie zahlreiche jüdische Familien aus Österreich rettete, indem sie deren Auswanderung nach Amerika ermöglichte.

1943 gründete Harand in New York ein Institut für jüdische Schriftsteller und Künstler aus Österreich, um ihnen ihre Berufstätigkeit im amerikanischen Exil zu erleichtern. Mitbegründerin der EmigrantInnenorganisation „Austrian Forum“.

Irene Harand verkörpert den weiblichen Widerstand, den katholischen Widerstand und den Widerstand von außen. Ihr leitendes Prinzip war, dass sie Menschen helfen wollte – egal welcher Religion oder welcher politischen Einstellung. Gerade weil sie nur schwer in eine Kategorie zu pressen ist, mag mit ein Grund dafür sein, dass sie – die so gut in das Selbstbild Österreichs nach 1945 vom antinazistischen Widerstandsland gepasst hätte – in Vergessenheit geraten ist (Vgl).

Ihr Buch Sein Kampf. Antwort an Hitler, 1935 im Selbstverlag Irene Harand Wien, I, Elisabethstrasse 20 erschienen und erschien nun im Nachdruck.


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