Jazz

International Quartet Ray Anderson-Han Bennink-Ernst Glerum-Paul von Kemenade


Allerlei Preise haben die vier Musiker schon eingeheimst – die Essenz liegt aber in ihrer Musik.
Han Bennink ist neben Misha Mengelberg und dem verstorbenen Willem Breuker eine der Gründerpersönlichkeiten der holländischen Jazzszene. Es ist eine Szene, die sich über die Jahre ihren eigenständigen Ruf bewahrt hat, die von Witz und großer Spielfreude geprägt ist. Beim letzten Konzert mit Han Bennink im Jazzit sauste er wie ein Derwisch über die Bühne, trommelte auf Stühlen, am Boden und an Wänden. Sein Schlagzeug ist inzwischen etwas geschrumpft, oft begnügt er sich mit einer Snare-Drum, die er mit einem Paar Besen locker zum swingen bringt.
Beim International Quartet steht der Swing weit oben, ohne dass die Musiker deswegen gleich nostalgisch werden. Die holländischen Qualitäten schlagen voll durch, übertragen sich auch auf den US-amerikanischen Posaunisten Ray Anderson aus Chicago. Gemeinsam mit dem Altsaxofonisten Paul van Kemenade und dem Bassisten Ernst Glerum, der mit Bennink zusammen seit Jahrzehnten das Rückgrat des ICP-Orchestras bildet, bereiten sie den Boden für musikalische Höhenflüge vor. Sie spielen meistens eigene Kompositionen, lassen aber kinderliedhaftes von Ornette Coleman anklingen, bauen einige kubanische Grooves ein und erinnern an die New-Orleans-Tradition.

Besetzung
Ray Anderson: tb
Han Bennink: dr
Ernst Glerum: db


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