Theater

Intérieur


Für diese in Japan entstandene Inszenierung arbeitete der 91-jährige französische Meisterregisseur zum ersten Mal außerhalb seines Heimatlandes. Mit Intérieur und La Barque le soir zeigen die Wiener Festwochen erstmals in Österreich zwei Arbeiten aus dem einzigartigen Kosmos von Claude Régy.

Es ist Abend. Ein Mann betrachtet durch ein Fenster das häusliche Idyll einer Familie: Vater, Mutter, zwei Töchter und den friedlich schlafenden Sohn. Eine Katastrophe ist geschehen. Der Mann zögert einzutreten und die Nachricht vom Tod der ältesten Tochter zu überbringen. Maurice Maeterlincks selten gespieltes Stück Intérieur handelt von der Koexistenz von Leben und Tod, Licht und Dunkel, Bewusstem und Unbewusstem.
Claude Régy ist der große Einzelgänger des französischen Theaters. Bezeichnend für seine Bühnensprache ist ein konsequent verfolgter Minimalismus. In einem nahezu dunklen Raum schafft er durch behutsam komponierte Sprachmelodien und choreografierte Bewegungsabläufe von surrealer Langsamkeit einen Zustand hoher suggestiver und atmosphärischer Dichte. In großer Autonomie und persönlicher Freiheit verfolgt er seit Jahrzehnten kompromisslos seinen Stil.

Text von Maurice Maeterlinck
Bearbeitung Claude Régy
Japanische Übersetzung Yoshiji Yokoyama

Inszenierung Claude Régy
Assistenz Alexandre Barry
Bühne Sallahdyn Khatir
Licht Rémi Godfroy
Kostüme Sallahdyn Khatir, Mai Ooka

Der Greis Soichiro Yoshiue
Der Fremde Yoji Izumi
Marie Asuka Fuse
Marthe Miki Takii
Der Vater Tsuyoshi Kijima
Die Mutter Haruyo Suzuki
Die zwei Mädchen Kaori Ibii, Mana Yumii
Ein Bauer Gentaro Shimofusa
Leute Hiroko Matsuda, Kouichi Ohtaka
Das Kind Hibiki Sekin


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