Neue Klassik

Inök-Austauschkonzert: Musica Italiana


Im März brachte die INÖK (Interessengemeinschaft Niederösterreichische KomponistInnen) „Wien gestern und heute“ in das norditalienische Bergamo. Jetzt spielen zwei Top-Musiker Norditaliens in Wien: der international aufführende Flötist MARIO CARBOTTA, sowie der facettenreiche Pianist, Musiktheorie-Publizist und Komponist CARLO BALZARETTI. Ihre „MUSICA ITALIANA“ enthält als frühestes Werk aus dem Jahr 1865 die Flöte-und-Klavier-Bearbeitung von GIULIO BRICCIALDI „Lucrezia Borgia, fantasia op.108“ nach DONIZETTIs Oper, die sich auf die schöne, uneheliche Tochter von Papst Alexander VI. bezieht. 1903 komponierte Neoklassiker mit italienischen Volkselementen, ALFREDO CASELLA, „Barcarola e scherzo für Flöte und Klavier“: ein außergewöhnlich poetisches Stück.

Aufgrund seiner traumdimensionalen Filmmusik weltbekannt ist NINO ROTA, dessen Werke von 1954 bis 1973 reichen: jene aus den Fellini-Filmen La strada, La dolce vita, Amarcord und Otto e mezzo, alle für Flöte und Klavier von SEVERINO GAZZELLONI bearbeitet. „Allegro Veloce“ hat ROTA gleich für die beiden Instrumente komponiert. Die „Konzertstudie für Flöte solo“ von BRUNO BETTINELLI, ist klar der „Neuen Musik“ zuzuordnen: mit verlorener Unheimlichkeit. VITTORIO FELLEGARA hat 1980 ein „Wiegenlied“ („Berceuse für Flöte und Klavier“) geschaffen, das zwar traditionell (seit dem 19. Jahrhundert) „träumerisch und ruhig“ ist, aber international modern „alptraumhaft märchenhaft“: als blicke man in einen Wald mit einem Irrgarten aus Baumwipfeln.

Pianist BALZARETTI tritt auch als Komponist mit zehnminütigem Solo-Stück (2012) auf: er bringt den gesellschaftsermahnenden Aspekt der Neuen Musik ein: indem er die Katastrophen „11. September 2001“ in New York und „11. März 2011“ in Japan in einen Stücktitel verpackt. Insgesamt ein trotz des aufrüttelnden, sorgenreichen Themas „sehr schön“ klingendes Werk...
„REMYSOLA-SJ variazioni su una melopea für Pikkolo-Flöte solo“ von DAVIDE ANZAGHI ist exzentrisches mit Bezug zur klassischen Harmonielehre (Melopea), auf Basis einer rituellen Azteken-Melodie. Die jüngsten Stücke (2013 und 2014) kommen schließlich mit den Titeln „Bergweise“, „Bergbach“ für Klavier-Solo und „Sarabande e Double“ für Flöte, Altflöte und Piccolo-Flöte vom „neumusikalisch“ schaffenden PIERALBERTO CATTANEO.

Weiterführende Info auf www.rotersalon.at
Eintritt frei
Reservierungen unter: [email protected]


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