Diverse Musik · Volksmusik

Innviertler Wadlbeisser-ReLoaded


Innviertler Wadlbeisser heißt auf Englisch so ungefähr „Calfbiters“, und ReLoaded bedeutet im englischen so viel wie „nachgeladen, umgeladen, neu geladen, aktualisiert“, und je weiter hinten die Bedeutung angeführt ist, desto treffender formuliert sie das neue Programm der Innviertler Wadlbeisser.

Aber warum Englisch?

Und warum aktualisiert?

Ad 1) Weil wir mittlerweile schon 2x „as guests“ und „on tour“ in „Great Britain“ waren, und es uns einfach zu mühsam ist, das Programm jedesmal erst übersetzen zu müssen. Spielen wir doch 20 mal im Jahr im deutschsprachigen Raum und alle 2 Jahre 1 mal in England, da kommt der Ökonom in uns einfach nicht drum herum, das Programm von Haus aus auf Englisch zu betiteln.

Ad 2) Weil es mittlerweile doch schon 15 Jahre her ist, dass sich fünf Musikstudenten aus dem Innviertel nicht nur gesellschaftlich sondern auch musikalisch fanden und ein Blechbläser-Quintett ins Leben riefen, welches sich neben der damals sehr gängigen Blechbläserquintett-Literatur vor allem der Adaption von echter Volksmusik und Blasmusikstücken verschrieb. (Eine genaue Geburtsstunde mit Datum und Zeit lässt sich nicht mehr eruieren, was eine Zuteilung an ein Sternzeichen und des Weiteren an einen Aszendenten gänzlich unmöglich macht.)

Da darf der oben zitierte und in uns wohnende Ökonom auch mal über ein Update nachdenken, dachten wir. (Und geladen waren wir sowieso schon immer. Musikalisch genauso wie mit Lebens- und Bühnenenergie. Und das Ganze jetzt halt neu. So einfach ist das.)

Nach wie vor unmöglich erscheint die Zuordnung des Ensembles in ein gängiges Genre, füllen die sieben Berufsmusiker neben Konzert- und Festhallen auf der ganzen Welt doch auch so jedes Klischee, welches ein hauptsächliches Blechbläser-Ensemble mit dessen einzelnen Mitgliedern zu bieten haben kann.

Sind es die kurzen Lederhosen und die heruntergekrempelten Stutzen bei Ihren Auftritten, welches auf eine freche und pfiffige Interpretation von echter Volksmusik schließen lässt, so kommen im nächsten Moment Instrumente auf die Bühne, welche wie z.B. eine E-Gitarre wie die Faust aufs Auge passen. Spätestens aber nach der gleich anschließenden böhmischen Polka kann jedes Verzerrer-geschädigte Hörgerät wieder auf Normallautstärke gestellt werden, und man genießt einen Konzertabend mit hochqualitativer Musik und witzigen Einlagen.

„Sie passen in so gar keine Schublade!“ war neben der Frage „Wie seid ihr eigentlich auf euren Namen gekommen?“ der von den Innviertler Wadlbeissern wahrscheinlich meistgehörte Ausspruch in ihrer bisherigen Laufbahn.

Ist schon die Antwort auf die zweite Frage nicht ganz eindeutig zu beantworten (von frechen Kerlen, die Leuten im übertragenen Sinn ins Wadl beißen, bis hin zum Stutzen, der auf Grund seines Materials der Schafwolle die Träger an den Waden juckt und kratzt), kommen wir bei ersterem Ausspruch gleich gar nicht auf einen grünen Zweig:

Seit 15 Jahren bringen die Innviertler Wadlbeisser einen Stilmix auf die Bühne, der gekonnt hin und her pendelt zwischen Volks-Musizieren auf höchstem Niveau, Parodieren und Imitieren von oft zeitlich begrenzten Modeerscheinungen und der Darbietung von unauslöschlichen Evergreens genauso wie von fetzigen Eigenkompositionen. Der Klamauk zwischen und sogar während der Stücke, welche ausschließlich in Eigenarrangements dargebracht werden, ist gewollt, gekonnt und nicht selten ganz und gar improvisiert. Und das seit 15 Jahren. Jetzt halt „reloaded“..

Das einzige, was den sieben Berufsmusiker immer wieder in die Quere kommt, ist ihr Brotberuf, gilt es doch, einen Solotrompeter des Radio Symphonieorchesters Wien, einen an der Grazer Oper engagierten Posaunisten und einige über ganz Österreich verstreute Musikpädagogen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort zu vereinen, um dann mit Leidenschaft sich, den Kollegen und vor allem natürlich dem Publikum kräftig ins Wadl zu beißen. Nicht immer ganz einfach, aber so ca. 20 mal pro Jahr bringen sie dieses Kunststück zusammen, um dann mit Leidenschaft auf der Bühne zu rocken und zu fetzen, und aber im Gegenstück auch einfühlsam und sensibel zu musizieren.

In mittlerweile vier Bühnenprogrammen zeigten und zeigen die sieben Ausnahmekünstler ihr musikalisches wie auch kabarettistisches längst nicht mehr nur Talent sondern nunmehriges Können und stellen nach dem „3-Teiligen“, dem „Born to be laut“, dem „Couchgeflüster“ und dem „AmOre“ nun ihr neues „Reloaded“ dem hörwilligen wie auch jedes Mal begeisterten Publikum vor.

Ein Allerlei aus vielen Ecken und Sparten der Musik, pointiert verpackt für Zuhörer jeder Altersgruppe.

Eine genauere Definition ist schwer abzugeben.

„Sie passen in so gar keine Schublade“ triffts wahrscheinlich - wieder einmal - am besten...


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