Alte Musik · Klassik

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016


„Tragicommedia“ machen die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016 zu ihrem Motto. Zum 40-jährigen Jubiläum des Festivals kommen alle Saiten der Musik aus Renaissance, Barock und Klassik zum Schwingen, entsprechend der barocken künstlerischen Ausdrucksform des „Chiaroscuro“.

So wie vom 16. bis ins 18. Jahrhundert in der Bildenden Kunst durch spezielle Wirkungen von Licht und Schatten und in der Musik durch ein dynamisches Wechselspiel Hell -Dunkel-Kontraste als Spiegelbild des Lebens betont wurden, erklingt bei den Festwochen Musik mit festlichen bis besinnlichen Tönen zwischen Hell und Dunkel, Freud und Leid, Triumph und Trauer, Dur und Moll.

Dies kommt in Komödien und einer Tragödie im Opernprogramm ebenso zum Ausdruck wie in den „theils ernsthaften, theils scherzenden Oden“, die in den Konzerten im Spanischen Saal auf Schloss Ambras, im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg, in der Jesuitenkirche, der Stiftskirche Wilten und anderen historischen Orten angestimmt werden. Wer feiert, soll etwas zu lachen haben. Deshalb hat Festwochenleiter Alessandro De Marchi für das Jubiläum der Festwochen eine der populärsten Opernkomödien ausgesucht. Bei der Uraufführung 1792 in Wien war „Il matrimonio segreto“(„Die heimliche Ehe“) so erfolgreich wie keine andere Oper. „Da capo“ rief Kaiser Leopold II. und verlangte damit, dass das gesamte Stück für das begeisterte Publikum gleich noch einmal aufgeführt werde. Das ist einmalig in der mehr als 400-jährigen Operngeschichte. Angeblich haben Komponist Cimarosa am Cembalo und die Sängerinnen und Sänger die Oper in den kaiserlichen Privatgemächern komplett wiederholt. Das Paradestück der Opera buffa von Mozarts Zeitgenossen Domenico Cimarosa verdiene in unserer Zeit, so De Marchi, eine historisch informierte Aufführung, denn die Musik sei ein direkter Übergang von der Barockoper in das Belcantozeitalter Rossinis.

Deshalb ist auch eine sängerische Luxusbesetzung aufgeboten, die von den Buffo-Spezialisten Renato Girolami und Donato di Stefano über die Sopranistin Klara Ek und die Cesti-Wettbewerbspreisträgerin Giulia Semenzato bis zur Star-Mezzosopranistin Vesselina Kasarova reicht.


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