Literatur

Ines Agostinelli: Lungenheilstätte Gaisbüheln


Fremde hielten die 1920 eröffnete Tuberkuloseheilstätte Gaisbühel oft für ein luxuriöses Hotel. Sie hatten sich vom Zeichen „Hospital“ nicht irritieren lassen und erkundigten sich nach freien Zimmern im Schloss. Einheimische hingegen hielten sich von Angestellten wie Patienten fern und wiesen ihre Kinder an, in der Nähe ein Taschentuch vors Gesicht zu halten. Für sie war Gaisbühel ein gefürchteter Ort. Der Blick hinter die imposanten Mauern vermittelt jedoch ein anderes, weitaus differenzierteres Bild, welches tiefe Einblicke in die menschliche Existenz gewährt. Das in Zusammenarbeit mit dem vorarlberg museum herausgegebene Buch ermöglicht die Auseinandersetzung mit einem Haus, das viele Aspekte der Sozialgeschichte über ein knappes Jahrhundert spiegelt. Mit Zeitzeugengesprächen und Beiträgen von KUB-Direktor Thomas D. Trummer, Walter Zirker und Ines Agostinelli sowie Arbeiten von zwanzig internationalen Künstlern, die auf den Ort Gaisbühel reagiert haben. Bei der Buchpräsentation macht unter anderem der Zürcher Perkussionist Robert Mark eine Performance – als Hommage an seinen Vater, den früh verstorbenen ehemaligen ärztlichen Leiter Gaisbühels Gerhard Mark und dessen einstige Wirkungsstätte.


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