Theater

In der Löwengrube



Die wahre Geschichte des Schauspielers Leo Reuss, der sich mittels falscher Identität in die "Löwengrube" begibt, diente vor nunmehr 20 Jahren als Ausgangspunkt für Felix Mitterers theatrale Zuspitzung.

Dass die Welt im Wandel ist muss Leo Reuss Mitte der 1930er Jahre am eigenen Leibe erfahren. Als Schauspieler hatte er sich in Berlin einen Namen gemacht, als Jude verliert er das Recht seine Profession auszuüben. Nach Wien zieht es ihn, hier, am Theater in der Josefstadt, wird er aufgenommen, gelobt, gefeiert. Doch der Weg von Berlin nach Wien ist kein direkter, Reuss muss einen Umweg nehmen, denn, so erfährt er schon wieder am eigenen Leib, auch die Wiener mögen ihn, sein Spiel, die Juden nicht mehr. Was nun, wenn sein Spiel aber nicht mehr jüdisch, wenn es stattdessen arisch wäre? Wäre er wieder gut genug für die Bühne? Reuss verändert also sein Spiel indem er sich selbst verändert: die Haare blond, der Bart voll, der Name Kaspar Brandhofer. Als Naturtalent aus den Tiroler Bergen spricht er Josefstadt-Direktor Ernst Lothar vor, der ihm sofort die Hauptrolle in Schnitzlers Fräulein Else anbietet. Die Presse bejubelt Brandhofers arische Schauspielkunst – um Tage später den Skandal aufzudecken und Reuss zu verdammen.

Die wahre Geschichte des Schauspielers Leo Reuss, der sich mittels falscher Identität in die "Löwengrube" begibt, diente vor nunmehr 20 Jahren als Ausgangspunkt für Felix Mitterers theatrale Zuspitzung: Arthur Kirsch ist ein gedemütigter Mensch, der der Welt den Irrsinn einer Rassenideologie aufzeigen will indem der sie ad absurdum führt. Der unbändige Wunsch nach Rache übersteigt dabei die rationale Beurteilung der Lage und Kirsch bringt somit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und Freunde in eine lebensbedrohliche Situation.

Besetzung:
Regie
Stephanie Mohr
Bühnenbild
Miriam Busch
Kostüme
Nini von Selzam
Dramaturgie
Matthias Asboth

Licht
Manfred Grohs

Musikalische Leitung
Stefan Lasko

  • Do., 28.06.2018

    19:30
  • Fr., 29.06.2018

    19:30