Tanz · Theater

ImPulsTanz Festival 2018


1010 Wien - Innere Stadt

1010 Wien - Innere Stadt

Do., 12.07.2018 - So., 12.08.2018


Von 12. Juli bis 12. August unternimmt das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival eine Zeitreise vom 16. Jahrhundert bis in die unmittelbare Zukunft. Weltpremieren, österreichische Erstaufführungen, Gruppenstücke sowie Soli tanzen durch die internationale Musikgeschichte, klassische Ballettstoffe, japanisches Tanztheater, das eigene Leben oder jenes fast vergessener sowie bedeutender Persönlichkeiten, das Versagen der Politik, Fragestellungen der Millennials und neue Technologien.

Tickets sind ab sofort auf www.impulstanz.com und an der Vorverkaufskasse im ImPulsTanz Büro im MuseumsQuartier erhältlich!

Eröffnet wird das diesjährige Festival mit einem Solo des Kanadiers Dave St. Pierre: ein Abgesang auf die verpatzte Welt – komisch, mitreißend und nie deprimierend. Am ersten Wochenende schließt keine geringere als Anne Teresa De Keersmaeker an, die im Burgtheater mit ihrer Compagnie Rosas und dem weltbekannten Cellisten Jean-Guihen Queyras Johann Sebastian Bachs Cellosuiten zum Tanzen bringt. Diese Verbindung von Tanz und Musik zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm von ImPulsTanz 2018. François Chaignaud & Nino Laisné unterziehen, begleitet von vier hervorragenden Musikern mit historischen Instrumenten, spanische Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert einer kühnen Transformation. Xavier Le Roy aktualisiert mit drei Interpret_innen Strawinskys Le sacre du printemps, während bei Simon Mayer Menschen mit Robotern musizieren. Salva Sanchis feiert die Clubmusik, Pierre Rigal den Hip-Hop. Dorothée Munyaneza bringt Geschichten von während des Bürgerkriegs in Ruanda vergewaltigten Frauen auf die Bühne. Und auch hier sind es Tanz und Musik, welche an das Undarstellbare der Gewalt jenseits von Sprache erinnern. Simon Mayer und die cowbirds feiern zudem die Veröffentlichungen ihrer Musikalben in der Roten Bar im Volkstheater.

Darüber hinaus bieten Marie Chouinard (Leiterin der Tanzbiennale in Venedig) und Meg Stuart (Gewinnerin des Goldenen Löwen 2018 für ihr Lebenswerk) einmalige Einblicke in ihre Solo- und Duo-Œuvres. Trajal Harrell und Choy Ka Fai lassen sich hingegen vom Großmeister des Butoh – Tatsumi Hijikata – inspirieren, wobei letzterer diesem zudem eine Ausstellung im Odeon widmet. Florentina Holzinger, die gemeinsam mit Meg Stuart das diesjährige danceWEB-Stipendienprogramm leitet, nimmt George Balanchines neoklassisches Ballett Apollon musagète zum Anlass für ihr aufregendes Frauenballett. Weitere Performances kündigen sich an von Cecilia Bengolea & Florentina Holzinger, der Cie. Willi Dorner, Jan Fabre, Anne Juren, Louise Lecavalier, Mark Tompkins und vielen mehr.

Im mumok eröffnet am 23. Juni die Ausstellung Doppelleben – Bildende Künstler_innen machen Musik. ImPulsTanz präsentiert im Dialog mit dieser hochkarätiges, experimentelles, tänzerisch-musikalisches Schaffen in verschiedensten Facetten – von Performance-Konzerten von Akemi Takeya und Ivo Dimchev bis zu zwei ganz unterschiedlichen Hommagen von Eszter Salamon und Jule Flierl an die zur rechten Zeit wiederentdeckte Exil-Künstlerin Valeska Gert. Leonard Cohen wiederum ist Clara Fureys Stück When Even The gewidmet. Andreas Spechtl & Thomas Köck (Gewinner des diesjährigen Mühlheimer Dramatikerpreises) bespielen das Haus mit einem „Geistertanz“-Parkour und mit Ofelia Jarl Ortega und Mathias Ringgenberg aka PRICE halten Sex, Lügen und Sounds der Millennials Einzug in die Ausstellung. In Alex Baczynski-Jenkins’ Us Swerve in der mumok Hofstallung verführen wie in einem unendlichen Popsong drei Rollerskater mit Lyrics über Begehren. Ebendort präsentiert Liquid Loft eine neue Version aus ihrer Reihe Foreign Tongues und Christine Gaigg lädt zu intimen Begegnungen in Zeiten erotischer Verwirrung ein. Filmvorführungen im mumok kino komplettieren das Programm.

Wie jedes Jahr wird im Rahmen der [8:tension] Young Choreographers’ Series die junge Generation präsentiert. Acht Produktionen aus Südkorea, den USA und Europa führen auf eine Reise durch die Gegenwart – mit gehackten Reiskochern, Musik von PRICE, Fragen über Blackness und Queerness und vielem mehr. Am 11. August wird unter ihnen der neue ImPulsTanz – Young Choreographers’ Award, unterstützt von Casinos Austria, vergeben. Überreicht wird dieser traditionellerweise von Dirk Stermann, die Ko-Moderation übernimmt 2018 Fritz Ostermayer.


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