Tanz · Theater

ImPulsTanz Festival 2016


Mit internationalen Highlights, einem Art & Dance-Schwerpunkt und der Verleihung des Casinos Austria Prix Jardin d'Europe an junge Künstler_innen aus der [8:tension]-Reihe verspricht das Performanceprogramm des ImPulsTanz Festivals von 14. Juli bis 14. August faszinierende Einblicke in die schier endlosen Facetten von Tanz und Performance.

Mit internationalen Highlights, einem Art & Dance-Schwerpunkt und der Verleihung des Casinos Austria Prix Jardin d'Europe an junge Künstler_innen aus der [8:tension]-Reihe verspricht das Performanceprogramm des ImPulsTanz Festivals von 14. Juli bis 14. August faszinierende Einblicke in die schier endlosen Facetten von Tanz und Performance.

Eine Kartografie der Künste und Körper, der Skandale, aber auch der stillen Romantik. Im Licht der Bilder, der Worte und Klänge von Hieronymus Bosch, Rainer Maria Rilke und Arnold Schönberg, aber auch vor den blitzenden Bildern zeitgenössischer Lichtfiguren wie der kanadischen Electroclash-Ikone Peaches, vor dem Existenzialismus der Butoh-Philosophen und der atemstockenden Virtuosität der Flamenco-„Götter“... hier in Wien, im Rahmen des ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival 2016, entblättert er sich, der ganze, bunte, satte Reigen zeitgenössischer Tanz- und Performancekunst.

53 Künstlerinnen und Compagnien bespielen von 14. Juli bis 14. August in 65 Produktionen, davon 14 Uraufführungen, nicht nur die großen Bühnen der Stadt, sondern auch Museen und Galerien, sowie die legendäre Burgtheater Probebühne und weitere 40 Studios über ganz Wien verteilt. Zum Beispiel verwandelt sich das Volkstheater mit neun herausragenden Klassikern und Neuproduktionen der internationalen Tanz- und Performanceszene in ein hochkarätiges Tanzhaus. Zu erleben sind dort u.a. Choreografien der Goldener-Löwe-Preisträgerinnen Maguy Marin (2016) und Anne Teresa De Keersmaeker (2015) oder von Wim Vandekeybus / Ultima Vez, der Needcompany, von ImPulsTanz-Mitbegründer Ismael Ivo, Marie Chouinard aus Kanada sowie der weltberühmten Butoh-Compagnie Sankai Juku aus Japan und dem spanischen Flamenco-Star Israel Galván.
Insgesamt 41 österreichische Erstaufführungen, u.a. von Benoît Lachambre, Marco Berrettini & Marion Duval, Mårten Spångberg, Pieter Ampe, Kaori Ito, Dana Michel, Clara Furey & Peter Jasko sind im Rahmen von ImPulsTanz 2016 zu sehen. Der Shootingstar der österreichischen Szene und letztjähriger Workshopdozent sowie FM4-Fan-Award-Gewinner Simon Mayer zeigt anlässlich eines EU-Projekts von ImPulsTanz mit dem Centre National de la Danse Paris sowie weiteren europäischen Partnerinstitutionen, die während des Festivals zu entwickelnde „Sehbehindertenfassung“ seines auch international viel beachteten Stücks Sons of Sissy. Weitere österreichische Choreograf
innen, darunter Michikazu Matsune, Chris Haring, Florentina Holzinger, Magdalena Chowaniec, Akemi Takeya und Georg Blaschke präsentieren sich im Sommer mit Uraufführungen.
Im Leopold Museum erwarten das Publikum 19 Arbeiten, welche in so noch nicht gekannter Intensität die Vielfalt einer der aktuell aufregendsten künstlerischen Strömungen aufzeigen: die Verbindung von Tanz und bildender Kunst. Performances des französischen Tanzphilosophen Xavier Le Roy, von Akemi Takeya, Florentina Holzinger oder Simone Aughterlony, Antonija Livingstone & Hahn Rowe sowie Chris Haring / Liquid Lofts Auseinandersetzung mit Andy Warhols Screentests werden jeweils in einer Theater- und einer speziell für das Leopold Museum entwickelten Museumsversion gezeigt. Dort sind unter anderem auch drei Arbeiten von Tino Sehgal, Goldener-Löwe-Preisträger und diesjähriger danceWEB-Mentor und Ko-Kurator der Workshopreihe visual arts X dance durchgehend von 20. Juli bis 14. August zu sehen. Dort laufen Videoinstallationen des Künstlers Ian Kaler, davon eine Gemeinschaftsarbeit mit der Künstlerin Anne Quirynen. Und: dort beendet der große Ivo Dimchev am 14. August nicht nur ImPulsTanz sondern mit der Buchpräsentation seines 442 Seiten starken Opus Magnum auch seinen dann bereits fünften Auftritt im Rahmen des diesjährigen Festivals.

Dieses Aufeinander-Zugehen von bildender Kunst und Choreografie setzt sich im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien fort. Neun Performances von Mårten Spångberg, Alice Chauchat, Peter Stamer und Jule Flierl suchen den Dialog mit Themen und Bildern der soeben eröffneten Ausstellung Painting 2.0.: Malerei im Informationszeitalter. Aus dem dreitägigen Workshop Critical Joy des kanadischen Performers und Aktivisten Keith Hennessy mit Peaches, der großen Electroclash-Wegbereiterin, kommt es am 28. Juli im mumok zu einer Performance der besonderen Art, bei der Bilder, Sound, Tanz und Politik zur treibenden Kraft werden.
Die [8:tension] Young Choreographers’ Series umfasst dieses Jahr 13 Produktionen von Choreografinnen aus Europa, den USA und Brasilien, die mit eindrucksvollen Gruppenstücken, aber auch vielschichtigen Soloarbeiten neue (Spiel-)Räume der Stadt erforschen. Der an die erfolgreiche Newcomerinnen-Reihe angeschlossene Prix Jardin d’Europe wird heuer bereits zum zweiten Mal als Casinos Austria Prix Jardin d’Europe vergeben, der beliebte Fan Award geht mit Kooperationspartner FM4 ebenfalls in eine weitere Runde. Beide Auszeichnungen werden am 14. August im Rahmen einer außergewöhnlichen Galanacht, moderiert von Dirk Stermann und der kanadischen Tänzerin, Musikerin und Schauspielerin Clara Furey, im Kasino am Schwarzenbergplatz verliehen. Die hochkarätige Jury besteht aus Wolfgang Kralicek (Wien), Jennifer Lacey (Paris) und Ana Vujanović (Belgrad). Die Auswahl der diesjährigen [8:tension]-Künstlerinnen traf das Kuratorinnen-Team bestehend aus Christa Spatt, Christine Standfest, Gabriel Smeets und Rio Rutzinger.

Das Gesamtprogramm wird 2016 abgerundet durch eine Reihe von speziellen Veranstaltungen internationaler Künstler_innen. So zeigt die belgische Regisseurin Lut Vandekeybus am 17. Juli und 3. August im METRO Kinokulturhaus ein Portrait ihres einzigartigen Bruders Wim, der seit Jahrzehnten zu den weltweit wichtigsten Choreografen zählt. Ebenfalls ist diesem belgischen Ausnahmekünstler im Rahmen des dotdotdot Open Air Kurzfilmfestivals im Volkskundemuseum Wien am 15. Juli ein eigenes Screening gewidmet.

Die ImPulsTanz festival lounge gastiert erneut im Vestibül des Burgtheaters und verschreibt sich in diesem Jahr dem Motto Ch-ch-changes, also ganz dem Gedanken der Veränderung. Das Grundprinzip jedoch bleibt gleich: Künstlerinnen und Zuschauerinnen, Tanzfans und Musikliebhaber_innen kommen zusammen, tauschen sich aus und tanzen bis zum Morgengrauen. Während der Festivalzeit präsentiert die ImPulsTanz festival lounge allabendlich Live-Konzerte und DJ Sets bei freiem Eintritt. Pause macht sie nur an zwei Abenden. Dann, wenn ImPulsTanz soçial zu den zwei Festivalpartys lädt, die feste Highlights im sommerlichen Nachtleben Wiens sind. Neu: Der Programmschwerpunk Küss‘ die Hand – Ladies Live in Concert lädt jeden Sonntag Musikerinnen auf die Bühne.

250 Workshops und Researchprojekte umfasst in diesem Jahr das ImPulsTanz-Programm, das von 17. Juli bis 13. August 2016 Anfängerinnen und Profis, Kinder, GoldenAger, AllAbilities und Neugierige aus allen Teilen der Welt einlädt, sich in Parkour, Powerhouse Fitness, Yoga, Bollywood Dance oder Afro Fusion zu probieren. Allein 90 Workshops sind für alle Tanzbegeisterten, ob mit oder ohne Vorkenntnisse, konzipiert und laden damit auch Anfängerinnen ein, in die Welt des (zeitgenössischen) Tanzes einzutauchen. Ein besonderes Highlight unter den zahlreichen von ImPulsTanz initiierten Begegnungen ist das eigens für Wien kreierte Projekt visual arts X dance von u.a. Tino Sehgal, dem momentan vielleicht wichtigsten Vertreter an der Schnittstelle von bildender Kunst und Performance. In einer fünfwöchigen Workshop- und Researchreihe (Open Level und Advanced) lädt Sehgal mehr als 80 Künstler_innen aus den beiden Disziplinen zum gegenseitigen Austausch.

Die Workshops finden dieses Jahr im Arsenal/Burgtheater-Probebühne & ART-for-ART-Werkstätten, DSCHUNGEL WIEN, Probebühne Volksoper Wien, Tanzquartier Wien, Leopold Museum, mumok Hofstallungen, Volx/Margareten und Angewandte Innovation Laboratory statt.


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