Theater

Immer noch Sturm


Kärnten im Süden Österreichs an der Grenze zu Slowenien: hier trifft der Ich-Erzähler, dessen Nähe zu Peter Handke nicht zu übersehen ist, zwischen 1936 und 1942 seine Familie, die Großeltern, seine Mutter und deren Geschwister, die allesamt nun jünger sind als der 1942 geborene Autor.

Es verweben sich die Geschichten: die der Familie mit der politischen. Der Annexion Österreichs durch das dritte Reich folgt die Partisanenbewegung der slowenischen Minderheit gegen die Nationalsozialisten. Es verweben sich aber auch die Genres: Prosa und Drama verschwistern sich zu einem sprachmächtigen Text, den die größte Kunst des Schreibens auszeichnet, die Einfachheit.

„Immer noch Sturm“, diesen Satz zitiert Shakespeares König Lear auf der Heide, hier das Jaunfeld mit seinen Apfelbäumen, von deren Ernte die Vorfahren des Autors unter anderem lebten. Die Erinnerungen des Erzählers durchmischen sich mit Geträumtem, mit Vorstellungen und beschwören kraft der Poesie des Textes Gestalten hervor, die wirklich unwirklich die Szene bevölkern. Und die politische Geschichte dieser europäischen Region, das zeigt der Blick zurück auf die letzten Jahrhunderte, hat ihre Konflikte nicht zu Ende gebracht.

Das Theater an der Ruhr (Mülheim)
Zu Gast im Schauspielhaus

Aufführungsdauer: ca. 3 Stunden 20 Minuten

Regie: Roberto Ciulli
Bühne: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Elisabeth Strauß
Licht: Ruzdi Aliji

Mit: Petra von der Beek, Albert Bork, Dagmar Geppert, Klaus Herzog, Marco Leibnitz, Volker Roos, Rupert J. Seidl, Simone Thoma


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