Vortrag · Diverses

Im Gespräch mit Clemens Unterreiner - Ein Bariton für alle Fälle


Clemens Unterreiner wurde am 18. März 1977 in Wien geboren und ist als vielbeschäftig-ter Opernsänger (Bariton) ein echter Publikumsliebling. Er ist Solist und Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und auch international tätig. Sein Opernrepertoire reicht vom lyri-schen Fach über deutsch-italienische-französische Kavalier- und Heldenbaritonpartien, dazu kommen auch Messen, Oratorien und das klassische Lied, - nicht zu vergessen die Operette und moderne Musik (siehe auch www.unterreiner.at/)

Aufgewachsen ist Clemens Unterreiner in Wien, Graz und Budapest. Seine Liebe zur Musik
hat schon als Kind begonnen, als er an einer schweren Augenentzündung erkrankte und ein Jahr blind war. Er hat dieses Leiden nicht nur überstanden, sondern begegnete seinem Schicksal - wie er selbst sagt - mit Fröhlichkeit und nutzte es als Ausgangspunkt für seiner Karriere: »Mit kindlichem Selbstverständnis lenkte ich meine Aufmerksamkeit weg von der Bedrücktheit, die in meiner Finsternis auf mir lastete, hin zu jenen Dingen, die ich trotz mei-nes fehlenden Ausgenlichts erleben und an denen ich mich erfreuen konnte. An allererster Stelle stand die Musik. Vor allem die Oper hatte es mir angetan …«

Nach der Matura am Wiener Akademischen Gymnasium begann er ein Studium der Rechts-wissenschaften an der Universität Wien. Erste musikalische Erfahrungen hatte er bereits während der Schulzeit als Mitglied des Chors und der Schauspielgruppe (Alt-Griechisches Theater) des Akademischen Gymnasiums gesammelt. Er absolvierte umfassende Gesangs-studien, bekam ab 1998 Gesangsunterricht bei Hilde Rössel-Majdan, war im Jahr 2000 Sti-pendiat der Bayreuther Festspiele und nahm in den folgenden Jahren an Meisterkursen bei Bernd Weikl, Axelle Gall, Gottfried Hornik und Renate Holm teil. Im Oktober 2002 gab er am Linzer Landestheater sein Operndebüt in der Europapremiere von The Voyage von Philip Glass unter Maestro Dennis Russell Davies.
Es wäre müßig, alle Auftritte bei den Wiener Festwochen, diversen Festspielen, Opern-, Operetten, Kirchenkonzerten oder bei Konzertreisen aufzählen zu wollen, die ihn u.a. nach Bulgarien, Syrien, Italien, Spanien, Deutschland, USA und nach Asien führten. Er gastierte im Großen Saal des Wiener Musikvereins, im Wiener Konzerthaus, im Palau de la Música Catalana – Barcelona.
Seit September 2005 ist Clemens Unterreiner als Solist und festes Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper engagiert, wo er bis dato in 14 Premieren und Wiederaufnahmen besetzt war. Im Oktober 2008 gab er sein Wiener-Volksopern-Debüt und sang er dort 2010 in der Premiere von Rusalka. 2012 debütierte er bei den Salzburger Festspielen, 2015 feierte er sein Japan-Debüt als Herr von Faninal in Strauss’ Rosenkavalier am New National Theatre Toky-o, um nur die wichtigsten Karrierestationen zu nennen.
Als hätte er als Sänger nicht genug zu tun, ist Clemens Unterreiner auch in diversen anderen Bereichen aktiv, so als Gründer und Präsident der Klassik-Mania [6], einem internationalen Opern-Gesangswettbewerb für Nachwuchssänger in Wien, und auch als Buchautor seiner im Mai 2016 erschienenen Autobiographie "Ein Bariton für alle Fälle". Dazu kommt noch sein Einsatz für zahlreiche karitative Organisationen und Projekten im In- und Ausland wie z.B. als Präsident des Vereins HILFSTÖNE - Musik für Menschen in Not oder als Botschafter des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich.
Davon und von seinen nächsten Vorhaben wird uns Clemens Unterreiner bei seinem Besuch im club alpha sicherlich ausführlich erzählen.

Aus dem »Blindflug« wurde ein »Höhenflug«. Jedenfalls hat er sich in den letzten zehn Jahren in die Herzen des Publikums gesungen und bezeichnet sich heute als »angekommen«.


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