Kunstausstellung

Ilse Chlan: Hymnos


„Hymnos“ ist der Beitrag des Künstlerhauses zum Nationalfeiertag. Seit 2011 hat Ilse Chlan MigrantInnen, neue ÖsterreicherInnen und AsylwerberInnen beim Einüben und Singen der Bundeshymne in deren Muttersprache aufgenommen, um die Stimmen in einer Videoinstallation zusammen zu führen.

Nationalstaaten legen Kategorien der Zugehörigkeit fest und produzieren damit die Ausgeschlossenen. MigrantInnen leben in einem undefinierten Zwischenbereich, „im Durchgang“, in einer „Passage“. Sie haben ihr Land verlassen, sind aber in Österreich noch nicht als gleichberechtigte Staatsbürger angekommen. Im Kontext der globalen wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Verflechtungen erscheint das Konzept des Nationalstaats zunehmend als eine nicht mehr zeitgemäße Identitätsphantasie. Wie verändern die Transformationsprozesse der Gegenwart unsere Auffassungen von Nation und Gesellschaft, von Staat, Demokratie und Recht?

Hymnen dienen der akustischen Repräsentation von Nationalstaaten. Sie gehören in das Register des „Erhabenen“. Dieses untersucht Ilse Chlan bewusst an dem Schnittpunkt der Künstlerhaus-Passage, wo Verkehrswege auf vielen Ebenen zusammentreffen und die Menschen auf ihren alltäglichen Wegen vorbeieilen.
Wird ein vielstimmiger Chor daraus?

Mit:

Cira Albo (Spanisch)
Ghoncheh Asadizadeh (Farsi)
Elena Gabbrielli (Italienisch)
Wyatt Gulash (Englisch)
Jules Mekontchou (Sprache der Yemba / Kamerun)
Mihaela.Mihartescu (Rumänisch)
Samuel Minegibe Ekeh (Ijaw / Nigeria)
Maria Oana (Rumänisch)
Kveta Schubert (Tschechisch)


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