Oper

Il Germanico


Gesangsstars wie die Countertenöre David Hansen und Hagen Matzeit,die Altistin Sonia Prina und der Tenor Vincenzo Allemano entdecken Nicola Porporas Oper „Il Germanico“.

Innsbruck wird einmal mehr Ort einer Opernentdeckung aus dem Barock:
Erstmals seit der Uraufführung 1732 in Rom erlebt „Il Germanico“ von
Nicola Porpora eine szenische und komplette Aufführung. Auf der Festwochenbühne werden sich bedeutende Barockopernspezialisten unserer Zeit tummeln: Sonia Prina in der Titelpartie, Klara Ek, David Hansen, Carlo Allemano und Hagen Matzeit in weiteren Hauptpartien. Für Porporas Opern und Arien sind die besten Sängerinnen und Sänger erforderlich, denn der leidenschaftliche neapolitanische Opernkomponist und der berühmteste Gesangslehrer des 18. Jahrhunderts schrieb den einstigen Opernstars die schönsten und virtuosesten Arien in die Kehlen. Nicola Porpora war in der damaligen Musikmetropole London der bewunderte Konkurrent von Georg Friedrich Händel.

Das Londoner Publikum stürmte seine Opern und feierte die Sängerinnen und Sänger, von denen viele vormals seine Schüler waren. Warum der Opernmeister vom Vesuv von der Nachwelt nicht in gleichem Maße wahrgenommen wird wie sein einstiger Rivale Händel, hat für den Dirigenten Alessandro De Marchi einen wesentlichen Grund. „Porporas Musik hat noch höhere Schwierigkeitsgrade! Seine Arien können allein Sängerinnen und Sänger singen, die sich auf demselben Niveau bewegen, auf denen er seine Sänger ausgebildet hat.“ Dieses Niveau wiederum lässt sich am Stil von Porporas Arien ablesen.

Bei der Uraufführung von „Il Germanico“ tummelten sich ausschließlich
Männer auf der Bühne, denn Frauen durften damals in Rom weder in Kirchen noch auf Theaterbühnen singen. Die berühmtesten Kastraten kamen damals nach Rom, um die neue Oper ihres einstigen Lehrers Porpora aus der Taufe zu heben.
In Innsbruck wird die Oper natürlich mit gemischter Besetzung zu erleben sein,den Feldherrn Germanico singt mit Sonia Prina nun sogar eine Frau – späte Revanche!

In der Partie der Rosmonda kehrt die vorjährige Innsbrucker Almira Klara Ek wieder, um eine Frau zwischen Verrat (ihres Vaters) und
Vaterlandstreue (ihres Ehemannes Arminio) zu singen. Für den Regisseur Alexander Schulin, dessen großartige Inszenierung von Pergolesis „L’Olimpiade“ in Innsbruck noch in bester Erinnerung ist, ist in „Il Germanico“ auch ein immer aktuelles Thema verankert: Wie die fremde Kultur von Eroberern gegenüber der Kultur der Eroberten an Dominanz gewinnt. Porpora hat den Text des brisanten Librettos sehr prägnant vertont und bewegende musikalische Dialoge geschaffen. In der Ausdrucksstärke von Porporas Arien und Melodien spürt Dirigent De Marchi immer den temperamentvollen Neapolitaner und die Gefühlsstärke der neapolitanischen Kanzonen, wie sie heute noch gesungen werden.

Opera seria in 3 Akten von NICOLA PORPORA, Libretto von Nicola Coluzzi

(Uraufführung: 1732, Rom)

Alessandro De Marchi (Musikalische Leitung)
Alexander Schulin (Regie)
Alfred Peter (Bühnenbild)
Micaela von Marcard (Dramaturgie)
Academia Montis Regalis (Orchester)

Sonia Prina (Germanico)
David Hansen (Arminio)
Klara Ek (Rosmonda)
Vincenzo Alemanno (Segeste)
Hagen Matzeit (Cecina)

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Voraussichtliche Dauer: 4 Stunden 30 Minuten (inklusive zwei Pausen)


Vergangene Termine