Kunstausstellung

Igor Eskinja – Quixote


QUIXOTE ist IGOR ESKINJAS Anordnung eines utopischen Raumes von
Kontinuität und Hoffnung, in dem Illusion und Wirklichkeit gegeneinander
antreten, um die Welt zu retten, in postromantischem Streben nach uneingeschränkter
Phantasie und Spontanität. Ähnlich wie Cervantes ruhelose
Figur Quixote  ehrwürdig und idealistisch, aber auch isoliert und irrwitzig
- entwirft der Künstler eine Art Séance von partieller Magie: Wir befinden
uns in einem Raum des Träumers und des Geträumten, inmitten eines Mythos,
eines Geheimnisses.

IGOR ESKINJAS Geographie QUIXOTES verlässt sich auf eine subtile Intervention
von quasi-archäologischer Natur, welche die Wahrnehmung des bestehenden
Innenraumes verändert und den Betrachter durch ein Labyrinth
des oktogonalen Raumes führt. Die (endlosen) Schichtungen der Materie und
das Entfalten eines historischen Sinngehalts betonen die sinnliche Erfahrbarkeit
und verweisen auf eine lebendige Erinnerung an den faszinierenden
Ort des MUWA.

Ein übergroßer Teppich bedeckt den Raum wie die hyperreale Landkarte eines
überambitionierten Kartographen in einer weithin bekannten Geschichte
von Jorge Luis Borges. IGOR ESKINJAS Projekt im Hauptraum des MUWA
lässt die Bühne für eine noch zu enthüllende Geschichte entstehen, aber es
bietet ebenso die Plattform für eine neue, noch zu schreibende Erzählung.
Weiße Wände und leere Podeste  vergleichbar stummen Zeugen des historischen
Schicksals des ehemaligen Badehauses  sind verteilt im Raum und
bezeugen einem Trugbild ähnlich die Präsenz einer entfernten Zeit und einer
veränderten Funktion und dienen zeitweise als Drehbücher einer minimalen
erzählerischen Geste.

Das Verschränken von Zeit und die Verzweigungen einer Geschichte sind
Rätsel der aktuellen Realität und der Gegenwart. Zeichnungen und cut-outs
steigern das Geheimnis eines fehlenden (oder verschwundenen) Inhalts. Auf
der anderen Seite steht das erlesene Gast-Spiel der Mäander, der ikonischen,
konzeptuellen Arbeiten des legendären Mitbegründers der avantgardistischen
Gorgona Gruppe, des kroatischen Malers JULIJE KNIFER (1924-
2004). Es ergänzt IGOR ESKINJAS scheinbar leere (und dekadente) Rahmen
mit einer Akrobatik von vertikalen und horizontalen Linien und verschlungenen,
streng geometrischen und abstrakten, nahezu ausschließlich in Schwarz
und Weiß ausgeführten Formen. Auf diese Weise reduziert, ephemer und
monochrom, ist IGOR ESKINJAS sorgfältig instrumentierter, meditativer
Raum ein Ort der Gegenbilder - ein neuplatonischer Gegenentwurf im Geiste
des QUIXOTE, des tragikomischen Helden und seiner äußersten Radikalität.
Es ist auch der verschlungene Bedeutungsraum eines Künstlers, ein neu verfasstes
Manuskript eines anderen Pierre Menard, jenes hoffnungslosen Autors
des Quixote.

Die Ausstellung ist von 4. Juni bis 29. August 2014 zu sehen, täglich von 13.00 bis 18.00 Uhr, außer Dienstag.


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