Theater

Ich war nie da


Der junge Schweizer Dramatiker Lukas Linder nahm in der Spielzeit 2009/10 am Schauspielhaus- Autorenförderprogramm stück/für/stück teil und gewann für Ich war nie da das von Literar-Mechana gestiftete Hans-Gratzer-Stipendium. Ich war nie da ist eine Komödie, die temporeich und mit viel Situationskomik den Leidensweg seiner Protagonistin skizziert: Fandra Fatale, die allen lediglich als Projektionsfläche dient – als „wäre sie nie da“ –, taumelt durch ihre persönliche Via dolorosa, von Freunden wie Familie eingeengt und domestiziert, einem Erwartungsdruck zwischen konformer Lebensführung und konventionellem Familienidyll ausgesetzt.

Dabei bedient sich Linder des populären Motivs des Theaters-im-Theater, indem er eine Szene, die zum strukturierenden Element dieses Stücks wird, zahllose Male wiederholt und variiert: Die Protagonisten proben für einen Theaterabend, den sie schließlich zur Aufführung bringen. Doppelbödig beschreibt der Autor dabei auch die instabilen Verhältnisse am Theater und schlägt aus den traditionellen Fragen nach der Qualität von (Laien-)Schauspiel, nach Regiekarrieren, Autorenschaft und Genieverdacht und nach der Verwechslung des Bühnengeschehens mit dem richtigen Leben sowie der Flucht aus dem Alltag in die Realität der Theaterarbeit viel an Witz. Eine kauzige Komödie eines jungen Komödianten.


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