Klassik

Ich lebe grad, da das Jahrhundert geht - Komponistinnen um 1914


Musik von Lili Boulanger, Cécile Chaminade,
Mélanie Bonis, Rebecca Clarke und Johanna Senfter

Interpreten:

Claudia Christa, Flöte
Yukie Togashi, Klavier
Rudens Turku, Violine
Klaus Christa, Viola

„Ich lebe grad, da das Jahrhundert geht. Man fühlt den Wind von einem großen Blatt, das Gott und du und ich beschrieben hat und das sich hoch in fremden Händen dreht.“

So dichtete Rainer Maria Rilke 1905 mit prophetischer Vorahnung auf einen Wind, der wenige Jahre später mit großer Gewalt über Europa hinwegwehen sollte. Vielleicht sind Künstler Menschen, die gleich – einem Nervensystem – aufnehmen und ausdrücken können, was in einer Gesellschaft gerade „in der Luft liegt“.

So erzählt die Kunst wahrscheinlich ebensoviel von der Zeit, in der sie entsteht, wie über die Person, die sie erschafft. Es ist spannend und aufschlussreich, hineinzuhören, wie Komponistinnen in den Jahren um 1914 – diesen schicksalshaften Jahren der Weltgeschichte – komponieren.

Die Fülle an großer Musik, die in diesen Jahren von Frauen geschaffen wird, ist beeindruckend: Wir denken dabei an Lili Boulanger, Mélanie Bonis und Cécile Chaminade in Paris, an Rebecca Clarke in England oder an Johanna Senfter, eine hochbegabte Regerschülerin, in Deutschland. Klingend werden wir uns in eines der intensivsten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts vertiefen.


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