Literatur · Klassik

Ich habe kein Talent zum Flirten. Die Komponistin Ethel Smyth


Musik von Ethel Smyth (1858–1944) und Ludwig van Beethoven

Berit Cardas, Violine
Klaus Christa, Viola
Bjørg Værnes Lewis, Violoncello
Yukie Togashi, Klavier

Evelyn Fuchs liest aus den autobiografischen Schriften von Ethel Smyth

Ethel Smyth und Ludwig van Beethoven waren mutige, eigenständige Persönlichkeiten, die schon früh mit dem Verlust ihres Gehörs konfrontiert waren.

Ethel Smyth ist die erste Frau, die im Bereich der Opernkomposition große Erfolge feiern konnte. Und mit ihrem „March of the women“ komponierte sie nicht nur die Hymne der internationalen Frauenbewegung, sondern sie engagierte sich nach langer Zurückhaltung schlussendlich auch selbst im aktiven Kampf für die Frauenrechte. Dies brachte ihr eine mehrmonatige Gefängnisstrafe ein.

Über ihre Zeit im Gefängnis schreibt sie: „Jetzt erkannte ich, dass diese Frauen größer und wundervoller waren, als ich mir jemals hatte träumen lassen … Zum ersten und letzten Mal in meinem Leben fühlte ich mich in wirklich guter Gesellschaft … Man stelle sich nur vor! Mehr als hundert zusammengepferchte Frauen, alte und junge, reiche und arme, starke und schwache … Ältere Damen, die eine vielversprechende berufliche Laufbahn in der Mitte abgebrochen hatten, Frauen der Arbeiterklasse, Krankenschwestern, Sekretärinnen, Verkäuferinnen usw., die guten Grund hatten, daran zu zweifeln, ob ihre Chefs sie jemals wieder beschäftigen würden.“


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