Theater

Ich, Galileo



Gernot Plass versucht mit diesem Text, eine Problematik zu beleuchten, die heute aufgeklärte und rationale Auseinandersetzung oftmals vergiftet und verunmöglicht. Man ist für freie Meinungsäußerung, solange man die geäußerte Meinung gutheißt. Alles andere ist verdächtig oder einfach nur lächerlich.

Galileo Galilei ist eine der bekanntesten historischen Figuren, deren Leben vom Streit um das richtige „Weltbild“ geprägt war. Er legte mit seiner Forschungsarbeit den Grundstein für die moderne Physik und Mathematik und riskierte damit sogar sein Leben. Ob die Erde um die Sonne sich drehe oder die Sonne um die Erde, das war gewiss zu seiner Zeit noch nicht wissenschaftlich überprüfbar, ein Gegenstand der Auslegung, welche wiederum radikale Auswirkungen auf die Situation des Menschen und die Machtinteressen der herrschenden Eliten hatte.

Dieser „Fall Galilei“ ist Ausgangspunkt eines Theaterprojekts, der einen Menschen, einen Theoretiker, einen Forscher ins Zentrum rückt, der gegen die herrschende Lehrmeinung recht hat und dessen Überzeugungen ihn nicht nur gesellschaftlich ächten, sondern ihn auch an den Rand seiner Existenz führen. Die „verdammte Lehre“ von der doppelten Bewegung der Erde wäre heute als eine sogenannte „Verschwörungstheorie“ abqualifiziert worden – eine Vokabel, mit der man in der Gegenwart anderslautende kritische Meinung gut ersticken kann. Gerade einer der Begründer des rationalen wissenschaftlichen Denkens am Beginn der Neuzeit sah sich isoliert und angefeindet – nicht wegen seiner Ergebnisse und Beobachtungen, sondern wegen seiner Methode: zu zweifeln.

Es spielen
Gernot Plass
Georg Schubert
Text
Gernot Plass
Regie
Gernot Plass
Ausstattung
Alexandra Burgstaller
Sound
Dr. Plass
Dramaturgie
Georg Schubert, Tina Clausen, Isabelle Uhl
Video
Peter Hirsch
Regieassistenz
Renate Vavera, Bernhard Kobler
Bühnentechnik
Hans Egger, Andreas Nehr
Lichttechnik
Katja Thürriegl

  • Sa., 19.06.2021

    19:30
  • Mo., 21.06.2021

    19:30
  • Di., 22.06.2021

    19:30