Pop / Rock

Ich bin zu Dritt


Diese eigenwillige, spröde, bisweilen bellende Stimme – die kennt man doch? Das leicht verschleppte, wahlweise elegant federnde Schlagzeug hat ebenfalls einen gewissen Wiedererkennungswert. Auch die markanten Gesichter dieser Herren scheinen vertraut. Aber woher?

Nun: Franz Bröckel (Gesang, Gitarre), Peter Bellmond (Bass, Gesang), Daniel Sonnleitner (Keyboards) und Chris Duller (Schlagzeug, Gesang) sind seit Jahrzehnten zugange in der österreichischen Szene. In unterschiedlichsten Rollen, Bands und Zusammenhängen. Nun sind sie Ich Bin Zu Dritt.

Das Quartett mit dem schizoid-surrealistischen Namen gibt es seit Herbst 2008, die Geschichte der einzelnen Drittel-Ich-Fahnenträger reicht weit länger zurück. Bröckel war bereits 1977 – als pubertierender Fünfzehnjähriger! – Mastermind von Chaos, der ersten Punkband Vorarlbergs, wenn nicht gar Österreichs. In Wien geriet er in den 80er-Jahren in die Szene um das Kultlokal BlueBox, wo er in einschlägigen Bands wie Passepartout, The Thorns und Rose Club mitwirkte. Ende der Achtziger gründete Bröckel mit Duller die kurzlebige Akustikband Music From The Fields - mit dem späteren FM4-„Im Sumpf“-Feuilletonist und Schule für Dichtung-Direktor Fritz Ostermayer

Ab 1990 waren wiederum Bellmond und Sonnleitner Mitglieder der Wiener Dark-Wave-Band Siamese Rouge; ersterer wechselte 1993 zu Franz Bröckels neuer Band Inside Marilyn. Nachdem die jeweiligen musikalischen Aktivitäten ab den Nullerjahren langsam zu versickern begannen, entschloss man sich anno 2008, mit Ich Bin Zu Dritt wieder ernst zu machen. Anfangs aus der Keimzelle Bröckel-Bellmond-Duller bestehend, wurde die Band 2009 um Sonnleitner ergänzt.

Nach diversen Auftritten zwischen Fluc, U4, B72, Celeste, Arena und Chelsea wurde ein Tonträger fällig. Das im Februar 2015 erschienene Album „Heaven, Hell & Bollocks“ enthält zehn Songs (Musik: Bröckel, Text: Duller), die unbeeindruckt vom Geist der Zeit ihren eigenen Weg gehen.

Ich Bin Zu Dritt sind ganz sicher nicht: Die Propheten des Neuen Wienerlieds. Die Großonkel von Wanda und Bilderbuch. Auch nicht die Schwippschwäger von Chuzpe und Minisex. Es hätte diese Band schon immer geben können. Und sie hätte von überall her kommen können. Englisch gehört für diese ewig jungen Herrschaften sowieso zum Pop-Vokabular wie eine coole Hookline und ein satter Refrain.

danach: Alternative Saturday Night - Noize Director


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