Theater

Hunger


Knut Hamsun verarbeitet in "Hunger" Erfahrungen, die er selbst als junger Auswanderer in Amerika gemacht hat, auch wenn die Geschichte nicht in New York, sondern in Kristiania, dem heutigen Oslo, spielt.

Dramatisierung des gleichnamigen Romans (1890)
in einer Textfassung von Frank Castorf

Neuinszenierung

In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln.

Frank Castorf, Regie
Aleksandar Denić, Bühne
Adriana Braga Peretzki , Kostüme
Lothar Baumgarte, Licht
William Minke, Sounddesign
Andreas Deinert, Kathrin Krottenthaler, Kamera
Jens Crull, Maryvonne Riedelsheimer, Videoschnitt
Dario Brinkmann, William Minke, Tonangel
Carl Hegemann, Dramaturgie

mit
Kathrin Angerer
Marc Hosemann
Rocco Mylord
Josef Ostendorf
Sophie Rois
Lars Rudolph
Lilith Stangenberg
Daniel Zillmann

Knut Hamsun wurde zu einem weltweit rezipierten Romancier und schrieb bis ins hohe Alter. 1920 bekam er den Nobelpreis. Als die Nazis Norwegen besetzten, feierte er sie als Befreier und unterstützte sie publizistisch. Seine Nobelpreisplakette schenkte er seinem Freund und Verehrer Joseph Goebbels. 1943 änderte er seine Meinung über die deutsche Besatzung in Norwegen, die er nun als brutale Gewaltherrschaft durchschaut hatte. Bei einer Begegnung auf dem Obersalzberg beschimpfte er Hitler heftig.
Nach dem Krieg wurde Hamsun wegen Kollaboration zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, was auch zum finanziellen Ruin der Familie führte – sein Ruf als norwegischer Nationaldichter war dauerhaft beschädigt. Die unleugbaren Sympathien für den Nationalsozialismus bestätigen vielleicht auch die These des Hamsun-Verehrers Theodor W. Adorno, dass der Kapitalismus mit einer gewissen Zwangsläufigkeit zum Faschismus führe.

Frank Castorf inszeniert Hunger mit Teilen seines früheren Ensembles der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz für die Salzburger Festspiele auf der Perner-Insel in Hallein.

Text: Carl Hegemann


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