Alte Musik · Klassik

Huelgas Ensemble/ Minguet Quartett


Et lux perpetua luceat – Und das ewige Licht leuchte.

Wolfgang Rihm erhellt Worte aus der lateinischen Totenmesse und durchleuchtet sie, um zu ihrer inneren Bedeutung vorzudringen. Er folgt nicht der liturgischen Ordnung des Requiem-Textes, vielmehr lässt er bestimmte Textfragmente „als erinnerte Bestandteile eines schrittweise vergegenwärtigten Zusammenhanges“ auftauchen. Rihm vertonte die Worte nicht im herkömmlichen Sinn einer Zuordnung von Tönen zum Text, sondern umkreist sie harmonisch, melodisch und rhythmisch, bis die tiefste Schicht – der Wortkern – erreicht ist. Das Licht als helle Seite der Nacht: Aus dem archaischen Grund jedes Wortes leuchtet seine Bedeutung hervor. Mit zwei Mal vier Stimmen – einem Vokalquartett (vom Huelgas Ensemble doppelt besetzt) und einem Streichquartett (Minguet Quartett) – wird Rihms „Et lux“ in der Minoritenkirche einen unendlichen Klangraum des ewig leuchtenden Lichts ausfüllen. In der Klarheit der Tonsprache erreicht Rihm die Sphären von Palestrinas wahrhafter Musik. Im permanenten Ineinander-Übergehen harmonischer Kreise entsteht eine Spannung wie in Gesualdos chromatischer Polyphonie. Alte und Neue Musik verschmelzen zu einem einzigen, wunderbaren Klanglicht.

Werke:
Wolfgang Rihm
Et Lux, Geste zu Vedova, Sieben Passionstexte
Carlo Gesualdo da Venosa
Tenebrae factae sunt


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