Film

Hou Hsiao-hsien - Das Gesamtwerk


Eine Retrospektive, die nach ihrem Auftakt im Filmmuseum in vielen Städten Nordamerikas und Europas zu sehen sein wird.

Hou Hsiao-hsien ist eine singuläre Erscheinung im Kino der späten Moderne: ein Meister des elliptischen Erzählens, der Stille und Konzentration, dabei aber auch ein Nationalpoet und Chronist, in dessen Schaffen es oft um die blinden Flecken in der offiziellen Geschichtsschreibung seiner Heimat Taiwan geht. Ersteres stellt ihn in eine Linie mit den Quietisten unserer Tage wie Béla Tarr oder Pedro Costa, zweiteres zeigt ihn als Letzten einer reichen Kinotradition, die von John Ford bis zum europäischen Autorenfilm der 1960er und 70er Jahre reicht (etwa den Werken von Fassbinder, Wajda oder Saura). Wobei Hou mit keinem der Genannten vergleichbar ist: Er ist zu diskret, dabei robust und bodenständig – selbst in jenen Augenblicken, wo man den Wind des Weltwerdens und -vergehens spürt, der durch seine Werke weht.


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