Vortrag

Jerusalem. Alltag in einer zerrissenen Stadt


Vortrag von Richard Chaim Schneider

„Das Beste an Jerusalem ist die Autobahn nach Tel Aviv“ – das sagen Menschen, die in der Mittelmeermetropole leben, säkulare Menschen, denen die Heiligkeit und der Extremismus Jerusalems auf die Nerven geht. „Zwanzig Jahre lang“, schreibt Richard Chaim Schneider, „hatte ich eine Bleibe in Jerusalem, war nie länger als zwei Monate weg von dieser Stadt, in der ich mich immer zu Hause fühlte, ein emotionales, aber kein spirituelles Zuhause.“ Aber dieses Zuhause liegt fern von den „heiligen Stätten“, auf den anarchischen Märkten und in den Wohnungen deutsch-jüdischer Emigranten. Von dort macht er sich auf in den zerrissenen Osten der Stadt, in arabische Stadtviertel und jüdische Siedlungen, zwischen alten arabischen Dörfern, die von israelischen Archäologen untergraben werden und palästinensischen Flüchtlingslagern diesseits der Stadtgrenze aber jenseits der Mauer.

Richard Chaim Schneider wurde 1957 als Sohn ungarischer Holocaust-Überlebender in München geboren und arbeitete als Theaterregisseur, Autor und Journalist, bevor er 1989 begann, für die ARD zu arbeiten. Er ist seit 2006 Leiter des ARD-Fernsehstudios in Tel Aviv. 2009 erhielt er für seine Fernsehdokumentation Tage des Schreckens über den damaligen Gazakrieg den Bayerischen Fernsehpreis. Auch in seinem Videoblog "Zwischen Mittelmeer und Jordan" berichtet er regelmäßig kritisch aus Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten.

Eintritt: 7,- / 4,-


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