Alte Musik · Klassik

Hofkapelle München


Maria Theresia war eben erst fünf geworden, da bekam sie schon eine Oper gewidmet: „Il Sesostrate“ von Johann Adolph Hasse.

Der deutsche Musiker, der sich so gut auf die Vertonung italienischer Opernlibretti (vor allem des Habsburger Hofdichters Metastasio) verstand, war dann auch der Musiklehrer der heranwachsenden Prinzessin. Kein Wunder also, dass Hasse der unumschränkte Lieblingskomponist der Kaiserin wurde: Er war für sie „der erste, der die Musik angenehmer und leichter gemacht hat“, wie sie einmal urteilte.
Ein anderer deutscher Opernkomponist, der in Diensten der Habsburger stand, Christoph Willibald Gluck, machte es Maria Theresias Ohren mit seiner Reformierung der musikdramatischen und lyrischen Formen nicht so leicht wie der in der damaligen Operntradition verankerte Hasse. Aber Glucks Opern prägten Maria Theresias Epoche und das Musikgeschehen an den Habsburgerhöfen. 1765 freilich, drei Jahre nach der Wiener Uraufführung von Glucks epochalem Werk „Orfeo ed Euridice“, das die Opernwelt veränderte, griff die Kaiserin doch lieber auf den berechenbareren Maestro Hasse zurück, als es galt, eine Oper für die Hochzeitsfeierlichkeiten in Innsbruck anlässlich der Vermählung von Erzherzog Leopold mit der spanischen Infantin Maria Ludovica zu bestellen.

Im Sommer 1765 wurde Hasses „Romolo ed Ersilia“ in Innsbruck uraufgeführt, 250 Jahre danach klingt Musik aus dieser Oper am selben Ort im spannenden Umfeld anderer Musikdramatik aus der Feder Hasses und Glucks. In der „Gala für Maria Theresia“ erklingt ein glanzvoller Querschnitt durch das musikdramatische Schaffen jener zwei Komponisten, die das Leben der Habsburger Herrscherin am stärksten musikalisch begleiteten.

Programm:

JOHANN ADOLPH HASSE (1699 – 1783)

Aus der Oper „Didone abbandonata“:
Sinfonia

Aus der Oper „Romolo ed Ersilia“:
Arie der Ersilia „Sorprendermi vorresti“

Aus der Oper „Didone abbandonata“:
Arie des Iarba „Cadra fra poco in cenere“

Aus der Kantate „La Gelosia“:
Aria „Giura il nocchier che al mare“

CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK (1714 – 1787)

Aus der Oper „La semiramide riconosciuta“:
Arie des Scitalce „Non saprei qual doppia voce“

Aus der Ballettmusik zu „Don Juan“:
„Chaconne espagnol“; Andante; „Tanz der Furien“

Aus der Oper „Ezio“:
Duett Fulvia und Ezio „Va, ma tremo al tuo periglio“
Rezitativ und Arie der Fulvia „Misere, dove son“

Aus der Oper „Paride ed Elena“:
Arie des Paride „Spiagge amante“
Rezitativ und Duett von Paride und Amor „Ma, chi sei?“
Rezitativ und Arie des Amor „Nell‘idea ch‘ei volge“

Aus der Oper „Orfeo ed Euridice“:
Duett des Orfeo und der Euridice „Vieni, appaga il tuo consorte“
Rezitativ und Arie der Euridice „Che fiero momento“
Rezitativ und Arie des Orfeo „Che faro senza Euridice?“


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