Alte Musik · Klassik

Hiro Kurosaki und Freunde


Als zu Dresden der konfessionelle Wendehals Kurfürst Friedrich August I. residierte, komponierten und spielten die Mitglieder seiner Hofmusikkapelle starke Stücke. Auf nahezu jedem Instrument war ein kolossaler Meister zur Hand, sodass man plakativ von einem Orchester, bestehend aus lauter Solisten sprechen könnte. Legendär (und bis heute von den Musikern gefürchtet!) sind nicht nur die extrem schwierigen Hornpartien in Partituren «per l’orchestra di Dresda». Gerade in der Kammermusik spiegelt sich die aberwitzige Virtuosität auch von Lautenisten, Fagottisten, Oboisten und Geigern. Gepaart mit einem – gelinde gesagt – oft abenteuerlichen Tonsatz ergibt das eine Musik, wie sie aufregender nicht sein könnte. Eine einzige Kür für Hiro Kurosaki & Freunde!

Interpreten
Hiro Kurosaki, Violine
Paolo Grazzi, Oboe
Eyal Streett, Fagott
Balázs Máté, Violoncello
Andrew Ackerman, Violone
Evangelina Mascardi, Laute, Theorbe
Wolfgang Glüxam, Cembalo

Programm
Wilhelm Friedemann Bach
Fantasie d-moll F 19 (1770 uim)
Johann Georg Pisendel
Sonate g-moll (1716-1717 um)
Sylvius Leopold Weiss
Suite A-Dur
Jan Dismas Zelenka
Sonata Nr. 3 B-Dur ZWV 181/3 (1721-1722 um)

Johann Sebastian Bach
Trio A-Dur BWV 1025
Francesco Maria Veracini
Sonata accademicha d-moll op. 2/12 (1744)
Jan Dismas Zelenka
Sonata Nr. 5 F-Dur ZWV 181/5 (1721-1722 um)

«Aus einem Querkopf wird selten ein Versager», meint der schriftstellernde Kinder- und Jugendpsychiater Paulus Hochgatterer. Dieser Auffassung können wir uns nur anschließen. Querköpfe denken anders, leben unangepasst und stoßen auf Widerstand.

In Wissenschaft und Kunst sind sie, «die ewigen Kinder», oft identisch mit den verschrobenen Genies, die ja bekanntlich nah am Wahnsinn leben sollen. Einer von ihnen war der 1690 in Florenz geborene Komponist und Geigenvirtuose Francesco Maria Veracini, dessen Oper «Adriano in Siria» die «Resonanzen» 2014 und damit unsere Parade kreativer Störenfriede in der Musik vom Mittelalter bis zum Barock eröffnen wird.

In ihren verschiedenen Ausprägungen begegnen uns Querköpfe bei diesen «Resonanzen» aber nicht nur als schrullige bis durchgeknallte Komponisten vom Format eines Jan Dismas Zelenka, Carlo Gesualdo, Alexander Agricola oder William Lawes; sie mischen sich auch – mehr oder weniger diskret – unter die Ausführenden: Europa Galante, Hopkinson Smith, Hiro Kurosaki, Concerto Copenhagen und viele andere Publikumslieblinge machen gemeinsam mit den Debütantinnen und Debütanten des britischen Gambenconsorts Phantasm, der deutschen Capella de la Torre und des Prager Collegiums 1704 Front gegen den musikalischen Mainstream – damals und heute.


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