Theater

Hiob


Joseph Roths Geschichte vom frommen Juden Mendel Singer ist eine berührende Familiensaga vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs. Roth stellt die Frage nach den Wurzeln, die Halt geben, aber auch festhalten. Er erzählt von der Auflösung familiärer Bindungen, von den Fesseln der Tradition und den Verlockungen der modernen Welt. Von Emigration und Assimilation. Und von Glaube und Verzweiflung.

Alles liegt in Gottes Hand, denn „die Armen sind ohnmächtig. Gott wirft ihnen keine goldenen Steine vom Himmel, in der Lotterie gewinnen sie nicht und sie müssen ihr Los in Ergebenheit tragen.“ Arm ist man wirklich im Schtetl Zuchnow, und schwer hat man es als Jude sowieso im zaristischen Russland der Jahrhundertwende. Doch all das ficht ihn nicht an, den gottesfürchtigen und schicksalsergebenen Juden Mendel Singer. Er fristet mit seiner Frau Deborah und den vier Kindern sein bescheidenes Dasein und verdient als Lehrer gerade so viel, wie die Familie zum Leben braucht.

Wie der biblische Hiob, der von Gott geprüfte Dulder, wird Mendel mehr und mehr auf die Probe gestellt: Den ältesten Sohn Jonas drängt es zu den Soldaten, der zweite, Schemarjah, wandert mit dem letzten Ersparten der Familie nach Amerika aus, die Tochter Mirjam lässt sich mit Kosaken ein und Menuchim, der Jüngste, scheint unheilbar krank. Schemarjah bringt es in den Staaten zu Wohlstand und holt schließlich die Familie nach. So entkommen Mendel, Deborah und ihre Tochter Mirjam zwar den ärmlichen Verhältnissen, müssen aber dafür den Schwächsten zurücklassen: Für den kranken Menuchim gibt es in der Neuen Welt keinen Platz. Aber auch für den von Schuldgefühlen geplagten Mendel ist das geschäftige New york nicht das gelobte Land. Ohnmächtig muss er mitansehen, wie der fortschreitende Erste Weltkrieg ihm alles nimmt: Seine Kinder, seine Frau, seine Heimat. Und nun beginnt Mendel Singer mit dem Letzten zu hadern, was ihm noch geblieben ist: mit seinem Gott.

Besetzung:

Mendel Singer Georg Reiter
Deborah Daniela Enzi
Jonas / Kosake / Mac / Skowronnek Martin Brunnemann
Schemarjah / Groschel Sebastian Martin Rehm
Mirjam Yael Hahn
Menuchim Moritz Grabbe
Doktor / Rabbi / Kapturak / Bauer / Psychiater / Menkes Marcus Marotte

Regie Rudolf Frey
Bühne Vincent Mesnaritsch
Kostüme Elke Gattinger
Licht Marcel Busa
Dramaturgie Theresa Taudes
Regieassistenz Sascha Alexander Todtner
Maske Andrea Linse


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