Theater

Hin und Her


“Hin und Her” von Ödön von Horváth

Ein unbedeutender Grenzübergang, irgendwo mitten in Europa. Zwei Länder, getrennt und verbunden durch eine kleine
Brücke im Niemandsland. Ein „unerwünschter“ Ausländer soll abgeschoben werden, er hat die Aufenthaltsberechtigung aus bürokratischen Gründen verwirkt. Nur die andere Seite will ihn auch nicht haben, sehr bedauerlich: der Pass ist bereits
verfallen. Also beginnt für Havlicek, den Abgeschobenen ein mühsames Hin und Her. Ein bizarres Leben im Transit, in dem er nicht nur den typischen abgründigen Horváth-Biedermännern und Frauen begegnet, sondern auch klarstellen muss, dass er ein Mensch und kein Amtsvorgang ist.

Horvath selbst bezeichnet dieses Stück als Posse und deutet den satirischen Charakter des in der ersten Hälfte des 20. Jh’s aufbrechenden „Neuen Volkstheaters“ an.
Die Wirklichkeit: 1934, als Horváth bereits von den Nazis aus Deutschland vertrieben ist, bringt er am Zürcher Schauspielhaus diese Komödie heraus, die sich über die eigene Tragödie lustig macht. Kurz vor der Premiere muss er aber noch schnell für einen Tag nach Ungarn, weil er soeben erfahren hat, dass sonst sein Pass und seine Staatsbürgerschaft verfallen wird und man ihn als staatenlos abschieben wird. Sollte er allerdings ausreisen, würde man ihn vielleicht nicht wieder ins Land lassen, weil im neuen Pass kein Visum… Nur knapp entgeht er dem Schicksal seiner eigenen Hauptfigur.


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