Vortrag

Hieronymus in der norditalienischen Malerei um 1500


Ausgehend vom Meisterwerk „Hl. Hieronymus in der Einöde“, verortet die Ausstellung erstmals den Naturmaler Cranach im Spannungsfeld seiner Epoche. Naturwissenschaft und Symbolik gehen Hand in Hand und beziehen eine verblüffende Stellung zu Streitfragen des Reformationszeitalters.

Bilder mit der Darstellung des Heiligen Hieronymus als Einsiedler erfreuen sich in Norditalien um 1500 großer Beliebtheit. Der venezianische Maler Giovanni Bellini beispielsweise platziert in seinem Gemälde "Der lesende Heilige Hieronymus" (1505, Washington) den Eremiten in einer Höhle, die einen Ausblick in die Landschaft eröffnet. Die Unwirtlichkeit der Behausung des Heiligen im Vordergrund wird kontrastiert von einer vegetabil reich ausgebildeten und daher als Verlockung wahrzunehmenden Landschaft im Hintergrund. Der Vortrag betrachtet diese spannungsvolle Kombination zweier gegensätzlicher Naturräume im Kontext der Kunst der Zeit.

Zur Ausstellung
Cranach d. Ä. (1472–1553), neben Dürer einer der bedeutendsten Maler seiner Zeit, hat sich wiederholt mit einem Thema beschäftigt: Hieronymus in der Wüste. Doch diese „Wüste“ ist ein erstaunlicher Ort. Cranach verwandelt sie in eine saftige Waldlandschaft, bevölkert von höchst realistischen Tieren und wunderlichen Fabelwesen. Ausgehend vom Meisterwerk „Hl. Hieronymus in der Einöde“, verortet die Ausstellung erstmals den Naturmaler Cranach im Spannungsfeld seiner Epoche. Naturwissenschaft und Symbolik gehen Hand in Hand und beziehen eine verblüffende Stellung zu Streitfragen des Reformationszeitalters.


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