Theater

Hier stehe ich – ich kann nicht anders


„Hier stehe ich – ich kann nicht anders”, soll Martin Luther vor den größten Autoritäten seiner Zeit, dem Kaiser und dem Papst, ausgesprochen haben. Für welche Überzeugungen stehen wir heute ein? Zwölf szenische Fragmente. Zwölf Versuche.

1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den päpstlichen Ablasshandel und leitete damit das Zeitalter der Reformation ein. Was ist 500 Jahre danach von diesem historischen Ereignis, das die Kirche spaltete und den längsten Glaubenskrieg aller Zeiten auslöste, geblieben? Und welche Rolle spielt dieser Einschnitt in der Glaubensgeschichte Europas heute in unserem Alltag, in unserer Denk- und Lebensweise?
Hat das, was und wie wir sind, noch etwas mit dem zu tun, was geschehen ist? Gehen uns die Fragen und die Antworten, die sich auf Gott, den Glauben, die Gnade, die Sakramente und die Erlösung beziehen, noch etwas an? Oder erscheinen diese Themen in unserem laizistischen und säkularisierten Weltbild nicht mehr aktuell, wenn nicht sogar absurd? Führt der Glaube, vor allem der Glaube an einen einzigen Gott, zwingend zu Intoleranz und Fanatismus?

Unser Theaterprojekt ist eine Spurensuche, ein Ausloten von Überlieferungen, von Geschichte. Können die Fährten, denen wir folgen wollen, den sicheren Weg zu einer Wahrheit weisen? Ist eine Verbindung von Worten und Wahrheit überhaupt möglich? Oder finden wir nur Bruchstücke? Ist Luthers einstmals revolutionärer Gottesbegriff heute etwas Vages, Unbestimmtes? Konnte er überdauern, ganz unabhängig davon, ob man atheistisch, katholisch oder evangelisch ist? Oder sagt er uns gar nichts mehr? Das sind die Fragen, auf die sich unser Theaterprojekt mit vier italienisch– und vier deutschsprachigen SchauspielerInnen beziehen wird – weit entfernt von dem Versuch, Antworten zu formulieren.

Theaterprojekt zu Martin Luther von Cesare Lievi / Zwölf szenische Fragmente / URAUFFÜHRUNG
Auftragswerk des Stadttheaters Klagenfurt
Koproduktion mit Emilia Romagna Teatro Fondazione und Associazione Teatro di Roma

REGIE
Cesare Lievi
BÜHNE
Maurizio Balò
KOSTÜME
Birgit Hutter
DRAMATURGIE
Sylvia Brandl
Philine Kleeberg


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