Theater

Hexenjagd


Das Schauspiel von Arthur Miller beleuchtet im Amerika der 50er Jahre ein aufgeheiztes Klima der Intoleranz.

Über 60 Jahre nach der Uraufführung ist "Hexenjagd" thematisch plötzlich wieder das Stück der Stunde. Denn garantierte und selbstverständlich gewordene Rechte und Errungenschaften werden durch Trump/Erdoğan/Orbán/Kaczyński als Nachfolger des US-Senators McCarthy und dessen Jagd auf "subversive Elemente" zunehmend außer Kraft gesetzt.

Mit seiner außergewöhnlichen Bühnenwirkung und den messerscharfen Charakterporträts bis in die kleinste Nebenfigur hinein ist Millers Stück "Hexenjagd" auch heute noch ein Lehrstück über jegliche Art von Massenhysterie und politisch bzw. religiös motivierte Wahnvorstellungen. In "The Crucible" (zu Deutsch 'Schmelztiegel', im übertragenen Sinne auch 'Feuerprobe') führt Miller exemplarisch vor, wie leicht ein demokratisches System durch Intoleranz, Ignoranz und Fanatismus mit den Mitteln seiner eigenen Ordnungs- und Rechtsdisziplin ausgehebelt werden kann. Zu Recht gehört "Hexenjagd" immer noch zu den erfolgreichsten und meistgespielten Dramen des Autors.

"Überall dort, wo die Ablehnung des politischen Gegners grausame Formen annimmt, wo man ihn misshandelt und austilgt, weil man in ihm nicht mehr den Menschen sehen kann - überall dort wirkt auch in unserem Jahrhundert der alte Hexenwahn." (Arthur Miller)

Mit Wolfgang Seidenberg, Iris Boss, Carsten Klemm, u. a.


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