Tanz

Hessisches Staatsballett


„Weltenwanderer" präsentiert die weltweit gefeierten Choreographen Itzik Galili, Edward Clug und Marco Goecke.

Mit Beginn der Saison 2014/15 wurde das HESSISCHE STAATSBALLETT gegründet, das gemeinsame neue Ballettensemble der Staatstheater Darmstadt und Wiesbaden als Aufwertung und Neugestaltung der seit 1975 bestehenden Kooperation beider Häuser. Zu der choreographischen Arbeit von Ballettdirektor Tim Plegge wird für das 28-köpfige feste Ensemble jede Spielzeit eine Vielzahl von großen, international gefragten Gast-Choreographen eingeladen. Neben dem festen Ballettensemble besteht das zweite Standbein des HESSISCHEN STAATSBALLETTS aus einer Reihe hochrangiger Gastspiele sowie der Einladung vielversprechender Tanzschaffender zu Residenzen mit Werkstattcharakter und unkonventionellen Formen des Tanzes. Mit der Präsentation unterschiedlichster choreografischer Handschriften – vom Handlungsballett bis zur experimentelleren Form – hat das HESSISCHE STAATSBALLETT einen fulminanten, überregional vielbeachteten Start hingelegt.

DAS STÜCK

A Walk Above – Choreographie: Itzik Galili
Ssss.... – Choreographie: Edward Clug
Suite Suite Suite – Choreographie: Marco Goecke

Ballettdirektor Tim Plegge initiierte die Reise in neue Welten mit Einladungen an drei international renommierte Choreographen. Thematisiert und variiert wurden die Signale Neu- und Umorientierung, Verwurzeltsein, Loslassen und Abheben. Die Türen wurden weit geöffnet, um dem Tanz in aller Vielfalt seinen Auftritt zu ermöglichen. Dahinter steckt der Wunsch, die Tänzerinnen und Tänzer künstlerisch zu fordern und zu fördern. Und die Zuschauer können sich darüber freuen, besondere Werke des zeitgenössischen Ballett-Repertoires zu erleben. Schließlich geben Itzik Galili, Edward Clug und Marco Goecke dem Tanz heute merkliche Impulse. Mit „Weltenwanderer“ setzt die junge Kompanie ein weiteres Zeichen und macht sich auf, ihr Terrain zu erweitern.
Klassische Musik von Bach, Händel, Mozart und Chopin gepaart mit modernem und zeitgenössischen Tanz, neue Musik von Arvo Pärt und Erik Satie kombiniert mit klassischen Spitzentanzelementen. Das HESSISCHE STAATSBALLETT vereint bei seiner Produktion „Weltenwanderer" drei Einzelstücke gekonnt miteinander und schafft ein meisterhaftes Gesamtkunstwerk der 28 Tänzerinnen und Tänzer. Die exquisite Ausdruckssprache der drei hochkarätigen Choreographen könnte unterschiedlicher nicht sein, aber genau darin liegt der Reiz des Abends. „Weltenwanderer" stellt die vermeintlich unumstößlichen Grenzen in Frage und lädt alle Neugierigen dazu ein, an diesem Abenteuer teilzuhaben.

CHOREOGRAPHIE

„Weltenwanderer" präsentiert die weltweit gefeierten Choreographen Itzik Galili, Edward Clug und Marco Goecke.

Itzik Galili ist berühmt für die Fähigkeit, mit seinem Tanz das Unterbewusstsein anzusprechen und tiefe Gefühle zu wecken. Der Israeli, der Tanz aus verschiedenen Perspektiven begreift und nach immer neuen Anknüpfungspunkten mit anderen künstlerischen Disziplinen oder Gedankenwelten sucht, erarbeitet eine Uraufführung mit dem HESSISCHEN STAATSBALLETT. Itzik Galili startete 1990, damals noch Tänzer, furios in die Choreographenkarriere. Rasch mit Preisen bedacht, gelang ihm bereits zwei Jahre später mit „The Butterfly Effect" der internationale Durchbruch. Auf dem Hintergrund seiner eigenen unkonventionellen, nicht-akademischen Ausbildung konnte Itzik Galili die Grenzen des traditionellen Tanzes erweitern. Sein Vokabular ist reich und dynamisch, gelegentlich sogar akrobatisch. Er ist aber nicht allein an den physischen Möglichkeiten seiner TänzerInnen interessiert, sondern er ermutigt sie zu Kreativität und unabhängigem Denken.

Edward Clug wurde in seiner Heimat Rumänien im klassischen Tanz ausgebildet und hat sich inzwischen als einer der Neuerer des Genres profiliert. Seine Bühnenlaufbahn begann Clug im Slowenischen Nationaltheater Maribor, wo er bald zum Ersten Solisten avancierte. Seit 2003 amtiert er am selben Haus als Ballettdirektor und verhalf seiner Kompanie innerhalb kurzer Zeit zu internationalem Ansehen. Vielfach ausgezeichnet gilt Clug heute als einer der virtuosesten Choreographen und als einfallsreicher Bewegungserfinder. Seine Ballette gehören zum Repertoire angesehener Kompanien weltweit. Neben Werken für seine Ensemble kreierte Clug u.a. für das Ballett Zürich, das Royal Ballet of Flanders, das Nederlands Dans Theater und mehrfach für das Stuttgarter Ballett.

Den gebürtigen Wuppertaler Marco Goecke, (ohne Komma) führten innovative Bewegungserfindungen zu viel beachteten Erfolgen. In „Suite Suite Suite" widmet er sich Bachs „Orchestersuite Nr. 4 D-Dur". Inspiriert von Anekdoten aus dem Leben des Komponisten zeigt er seine überaus persönliche Bewegungssprache.
Seit zehn Jahren ist Marco Goecke Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts und war von 2005 bis 2012 in gleicher Funktion für das Scapino Ballet Rotterdam tätig. Das Nederlands Dans Theater 1 ernannte ihn 2014 zum Associate Choreographer. Goecke choreographierte Werke u.a. für das New York City Ballet, das Norwegische Nationalballett, Hamburg Ballett, Leipziger Ballett, Ballett des Staatstheaters Braunschweig und Les Ballets de Monte Carlo. Zahlreiche seiner Stücke wurden von Kompanien in Europa, Kanada, Israel und Brasilien ins Repertoire übernommen.


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