Kunstausstellung

Herwig Zens - Der mit dem Tod tanzt


Im Werk von Herwig Zens nimmt die Darstellung von Tod, Toten und Todessymbolik einen großen Raum ein. Zens als Kunsthistoriker interessieren die mittelalterlichen Totentanzdarstellungen, die Vanitas-Symbolik, die Memento Mori- und die „Tod und Mädchen”-Darstellungen, welche er als Maler umsetzt.

Präsentation des Buches und Künstlergespräch mit Verena Kienast, Journalistin und ehemalige ZENS-Schülerin, sowie Johannes Scheer, Herausgeber

Sichtbarmachen des Endlichen | Von Johannes Scheer

Im Werk von Herwig Zens nimmt die Darstellung von Tod, Toten und Todessymbolik einen großen Raum ein. Zens als Kunsthistoriker interessieren die mittelalterlichen Totentanzdarstellungen, die Vanitas-Symbolik, die Memento Mori- und die „Tod und Mädchen”-Darstellungen, welche er als Maler umsetzt.
Zens als Maler und Graphiker fasziniert der Gegensatz zwischen der strichförmigen, einfarbigen Darstellung des Todes als bleiches Gerippe und den farbigen, flächigen Darstellungen der Lebenden. Zens als Historiker kennt die mittelalterliche Einstellung zum Tod, den Umgang mit dem Sterben, welches alle Menschen, vom Kaiser zum Bettler, gleichmacht. Vielfältig sind die Bezüge zu anderen Themen im Werk von Herwig Zens. Totentanz-Zyklen sind Paraphrasen, ebenso die „Tod und Mädchen”-Darstellungen, die aber auch auf die Musik des verehrten Franz Schubert Bezug nehmen und ebenso als Eros und Thanatos aus der griechischen Mythologie dargestellt werden.
Und Zens selbst? Er tanzt mit dem Tod! Tanzen bedeutet, sich nähern und entfernen, sich zu umkreisen, ohne sich zu umarmen, zu fassen, ohne sich zu erdrücken, sich zu kennen und dennoch stets neu zu erforschen.

So wird das lebenslange künstlerische Sichtbarmachen der menschlichen Endlichkeit wohl nie ein Ende finden, denn: „Solange der Maler malt, kann ihn der Tod nicht holen”.


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