Theater

Herr Mozart wacht auf


Eva Baronskys wunderbares Gedankenexperiment konfrontiert einen klassischen Musiker mit den Herausforderungen der Gegenwart, was nicht nur viel Raum für komische Situationen, herrliche Missverständnisse und musikalische Offenbarungen bietet, sondern auch die Gelegenheit, die Zeit und die Gesellschaft, in der wir leben, mit etwas Abstand zu betrachten.

von Eva Baronsky / nach dem gleichnamigen Roman.
„Solange es nur Musik gab, war er bereit, in jeder Welt zurechtzukommen.“

»Das Paradies hatt’ ich mir anders vorgestellt! Wohin bin ich geraten?« – Der Mann, der sich nur daran erinnert, am Vorabend als Wolfgang Amadé Mozart auf dem Sterbebett gelegen zu haben, erwacht an einem unbekannten Ort und – wie ihm nach und nach klar wird – in einer fremden Zeit, genauer gesagt: heute, in einer Studenten-WG in Wien. Die Ungeheuerlichkeit dieser Zeitreise kann er sich nur mit einem göttlichen Auftrag erklären: Er soll endlich sein Requiem beenden! Davon wollen seine »Mitbewohner« allerdings nichts wissen, sie halten ihn für einen übriggebliebenen Partygast mit Filmriss und setzen Wolfgang vor die Tür – ohne seine Noten! Also muss er sich erst einmal in der modernen Großstadt zurechtfinden, in einer Welt »voller Wunder«, in der es Licht ohne Kerzen, Fuhrwerke ohne Pferde, rasende Höllenwürmer (sogenannte: »U-Bahnen«) und so etwas wie »Ausweispflicht« gibt, in der alles »prestissimo« ist und offenbar jeder schon von »Mozart« gehört hat, ihn aber niemand erkennt. Mit dem polnischen Geiger Pjotr findet Wolfgang nicht nur einen Freund, sondern auch ein Engagement als Pianist in einem Jazzclub und damit wieder etwas Boden unter den Füßen – zumindest bis er Anju begegnet, sich unsterblich verliebt und beschließt, ihr von seiner Herkunft zu erzählen ...

Eva Baronskys wunderbares Gedankenexperiment konfrontiert einen klassischen Musiker mit den Herausforderungen der Gegenwart, was nicht nur viel Raum für komische Situationen, herrliche Missverständnisse und musikalische Offenbarungen bietet, sondern auch die Gelegenheit, die Zeit und die Gesellschaft, in der wir leben, mit etwas Abstand zu betrachten.

INSZENIERUNG: Alexander Medem
AUSSTATTUNG: Katharina Heistinger
MUSIK: Maurizio Nobili
Regieassistenz: Laura Oretti


Vergangene Termine