Theater

Hermann und Dorothea



Wie Homer in seinen großen Epen, bedient sich Goethe in Hermann und Dorothea – unter den Zeitgenossen von gleicher Popularität wie sein Werther b – des Hexameters, um die bildmächtige Handlung beinahe musikalisch voranzutreiben.

Ein Kleinstadtidyll, plötzlich konfrontiert mit einem Weltereignis: ein unübersehbarer Zug von Vertriebenen, flüchtend vor den Revolutionskriegen, Hilfe und Unterkunft suchend. Die Bewohner der Kleinstadt helfen – doch meist mit Verzichtbarem und Entbehrlichem. Furcht und Sorge fressen sich in die christlichen Seelen.

Unter den Flüchtlingen trifft Hermann, der Sohn eines Wirtes, auf Dorothea. Eine schicksalhafte Begegnung, die den jungen Mann bis in sein Innerstes verwandelt. Aber seine Heiratspläne stoßen beim Vater auf erbitterten Widerstand. Die Mutter vermittelt, und Erkundigungen über die Emigrantin bringen Gewissheit über ihren makellosen Ruf und ihre besondere Tapferkeit, doch das hoffnungsvolle Glück mit Hermann bleibt ambivalent – in einer Zeit, in welcher auch „dem endlich gelandeten Schiffer der sicherste Grund des festesten Bodens zu schwanken“ scheint.

mit
Maria Happel
Martin Schwab

Leitung: Alfred Kirchner
Raum: Jura Gröschl
Dramaturgische Mitarbeit: Claudia Kaufmann-Freßner