Kunstausstellung

Hermann Nitsch. Synästhesie


Ob in der Musik oder Malerei, in beiden Fällen spricht Nitsch von Farben und Tönen, von Harmonien und Dissonanzen. Während seiner Frankfurter Lehrtätigkeit erarbeitete Hermann Nitsch mit seinen Studenten „farb- und formversuche“. Die entstandenen „Farbskalen“ veranschaulichten harmonische Verhältnisse und Konstellationen, die auch wesentlicher Bestandteil des Orgien Mysterien Theaters sind.

Diese bestehen nicht nur innerhalb eines Mediums, den Farben sind im synästhetischen Sinn Töne, Geschmacks- und Geruchswerte zuzuordnen. Erst die Synästhesie der Sinneseindrücke führt zum Erleben des Gesamtkunstwerks.

Die Nitsch Foundation greift mit dieser Ausstellung den Synästhesiegedanken des Orgien Mysterien Theaters auf und spürt der Bedeutung des Zusammenspiels der Sinneseindrücke in Hermann Nitschs Arbeit nach.

Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist ein Spektrogramm der 150. Aktion von Hermann Nitsch, welches eigens für die Ausstellung erstellt wurde.

Ein Spektrogramm wird zur bildlichen Darstellung von Tönen, Sprache und Musik verwendet. Auf einer vertikalen Achse wird der Zeitverlauf der Töne, auf der horizontalen Achse der Frequenzverlauf aufgetragen. Je intensiver die Farbe, desto lauter ist der Ton. In dieser Hinsicht ist ein Spektrogramm sehr ähnlich einem Notenblatt. Die Länge eines Striches gibt an, wie lange der einzelne Ton klingt, die Höhe eines Striches gibt seine Tonhöhe an, seine Farbe bezeichnet seine Lautstärke.


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